Der Streamingdienst Netflix geht immer mehr dazu über, Serien nach maximal vier Staffeln zu beenden. Der Grund: Ein Geschäftsmodell, das mit Boni arbeitet und die Kosten für Netflix steigen lässt.

Die sehr gut bewertete Netflix-Serie "One Day at a Time" wird nach der vierten Staffel abgesetzt. Und das ist kein Einzelfall.

Das liegt unter anderem an einem speziellen Geschäftsmodell des Streamingdienstes. Das Online-Portal "Deadline", das sich mit Film, Fernsehen und Medien beschäftigt, erklärt das wie folgt: Netflix zahlt die Produktion der Serien. Der Haken an der Sache: Zusätzlich zum normalen Honorar zahlt Netflix für jede abgeschlossene Staffel einen Bonus. Und der steigt mit jeder Staffel.

Das heißt: Der Streamingdienst verdient mit jeder Staffel weniger Geld.

Neue Serien, neue Abos

Der Punkt, an dem der Bonus noch nicht zu hoch ist und sich die Serie noch rentiert, liegt also bei der dritten bis vierten Staffel, vermutet das Online-Portal "Deadline" - und bringt dafür Beispiele wie die Sitcom "Fuller House" oder die Comedy-Serie "Unbreakable Kimmy Schmidt". Für beide Serien war nach vier Staffeln Schluss. Die Dramedy-Serie "Glow" und die deutsche Produktion "Dark" wurden nach drei Staffeln abgesägt.

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Nicht davon betroffen sind Serien wie "Stranger Things". Das sind quasi die Blockbuster der Streamingplattform.

Viele nicht in Europa produzierte Serien werden von Cindy Holland, Netflix, in Auftrag gegeben. Sie sagt, ob eine Serie weiterläuft oder eingestellt wird.

Auf der Innovative TV Conference in Jerusalem Ende Mai hatte sie erzählt, dass Kritikerlob mit zu den Faktoren zählt, die berücksichtigt werden. Aber die Serien müssten auch ein Publikum haben. Laut Online-Magazin "Deadline" ist Netflix auch die Zahl der neu abgeschlossenen Abos wichtig. Mit der Lieblingsserie erreicht man in der dritten oder vierten Staffel natürlich keine neuen Zuschauer mehr. Die kommen eher, wenn es ständig neue, innovative Produktionen gibt.