Teilen schont Ressourcen und erhöht die Wirtschaftlichkeit. Sie kann allerdings alte Gewerbe gefährden: Menschen, die per Airbnb eine Wohnung mieten, buchen kein Hotelzimmer mehr.

Share Economy steht für Ressourcenschonung, Steigerung der Effizienz, besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis von Maschinen, Wohnungen, Autos und vielem mehr. Doch bei all dem Positiven sollten wir auch berücksichtigen: Unternehmen wie Uber oder Airbnb können bisher etablierte Unternehmen gefährden, sagt Thomas Hajduk, wissenschaftlicher Assistent am Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen.

Beispiel Airbnb: Wenn Touristen sich heute per Airbnb private Wohnungen suchen, in denen sie ihren Aufenthalt verbringen können, entgehen den klassischen Hotels Einnahmen. Und wenn Uber oder Flinc Fahrten organisieren, die normalerweise ein Taxi abgedeckt hätte, bedeutet das auch fürs klassische Taxigewerbe erstmal eine wirtschaftliche Bedrohung.

Bedürfnisse statt Produkte

Aber: Manche Unternehmen erkennen, dass es heute weniger um das Produkt als vielmehr um das Bedürfnis geht. Beispiel: BMW verkauft mit dem Carsharing-System "Drive Now" keine Autos mehr, sondern Mobilität. Den Nutzern ist inzwischen vielmals egal, welches Auto sie fahren und ob es ihnen selbst gehört. Hauptsache es bringt sie von A nach B.

Thomas Hajduk sieht für die Zukunft eine Entwicklung der Professionalisierung. Wenn Plattformen, die das Teilen organisieren, größer und professioneller werden, dann erleichtert das zwar das Teilen von Produkten und Dienstleistungen - das Schöne und Idealistische geht allerdings verloren. Wenn alles geregelt ist, müssen sich Verleiher und Leiher nicht erst darüber unterhalten, wie der Teil-Prozess am besten über die Bühne geht.