Es kann guttun, mal auszumisten, sich neu einzurichten – vielleicht gerade zum Jahreswechsel. Mit den alten Möbeln befreien wir uns auch emotional und schaffen Freiraum für Neues, sagt die Wohnpsychologin Regine Rauin.

Es ist nicht nur eine gestalterische sondern auch eine emotionale Sache, wenn wir alte Möbel quasi rauswerfen. Denn diese Möbel haben uns ja begleitet, Tag für Tag. Sie können auch für eine Zeitspanne in unserem Leben stehen – die wir vielleicht hinter uns lassen möchten.

"Mit diesen Möbeln befreien wir uns von Dingen, die nicht mehr in unser Leben passen, auch emotional. Dadurch entsteht ein großer neuer Freiraum, der mit schönen neuen Möbeln gefüllt werden kann."
Regine Rauin, Innenarchitektin und Wohnpsychologin

Unsere Reporterin Joyce Lee beispielsweise hat sich ein neues Bett angeschafft. Ihr altes war noch aus Studienzeiten und hat schon drei Umzüge mitgemacht. "Seit meinem Abschluss hab ich da irgendwie schlechter drin geschlafen", sagt sie. Nun war es Zeit für ein neues.

"Mit meinem neuen Bett habe ich endgültig das Kapitel meiner Studienzeit beendet."
Joyce Lee, Deutschlandfunk Nova

Wer auch darüber nachdenkt, sein Zimmer oder seine Wohnung umzugestalten, der sollte sich fragen: Wie stehe ich zu meinen Möbeln? Habe ich sie so arrangiert, wie ich es mag? Oder will ich das eigentlich anders haben?

Der individuelle Wohlfühlfaktor

"Eine Neueinrichtung setzt innerlich etwas in Gang, weil sie Abwechslung bringt", sagt unsere Reporterin. Wichtig dabei sei es, auf den eigenen Geschmack zu setzen, weniger auf Trends. Etwa wenn es um die Farbgestaltung der Wände geht.

"Warme Farbtöne – Rot, Gelb, Orange – finden wir für einen kuscheligen Raum gut. Blautöne wirken dagegen distanziert und kälter."
Joyce Lee, Deutschlandfunk Nova

Rosa wirkt verspielt, warme Farbtöne machen Räume gemütlich, kühlere Farben wirken distanzierter, können Räume aber auch größer wirken lassen. "Trotzdem kann man nicht per se sagen, dass man sich in einem blau-gestrichenen Wohnzimmer nicht auch wohl fühlen kann. Es hängt eben davon ab, was dir persönlich gefällt", so Joyce Lee.

"Wenn wir Oberflächen haben, die glatt, rau, kühl, kuschelig, vielleicht auch kratzig sind, dann bleiben unser Körper und unsere Sinne wach und rege."
Regine Rauin, Innenarchitektin und Wohnpsychologin

Wer nicht gleich in Möbel oder neue Wandfarbe investieren will, der kann auch mit Wohn-Accessiores wie Kissen oder Decken eine Menge bewirken. Verschiedene Oberflächen und Strukturen in einem Raum wirken interessant und halten uns geistig wach, sagt Wohnpsychologin Regine Rauin.

Umräumen statt neu kaufen

Eine neue Perspektive können wir außerdem auch dann schon gewinnen, wenn wir die alten Möbel einfach mal umstellen. Das bringt Abwechslung. "Oder wir malen die alten Möbel an", meint Joyce Lee. "Auch da gilt der Aspekt der persönlichen Farbgestaltung."

Gebrauchte Möbel sind nachhaltiger

Statt neuer Möbel kann man natürlich auch gebrauchte kaufen – und seine alten verkaufen oder tauschen, etwa über Online-Börsen. So hat es auch unsere Reporterin gemacht: "Ich habe mein altes Bett und ein Regal verschenkt, und einen Spiegel bekommen."