Nach den USA verschärft jetzt auch Großbritannien die Sicherheitsvorkehrungen für Flüge aus sechs Ländern. Passagiere dürfen keine größeren elektronischen Geräte mehr mit an Bord nehmen.

Passagiere auf Flügen aus der Türkei, dem Libanon, Jordanien, Ägypten, Tunesien und Saudi-Arabien nach Großbritannien dürfen demnächst keine großen elektronischen Geräte mehr mit in die Kabine nehmen. Die Maßnahme ist nötig, sagt Theresa May, um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten. Und sie betrifft alle Airlines, die aus diesen Ländern nach Großbritannien fliegen.

Großbritannien folgt damit den USA, die bereits am Dienstag einen ähnlichen Laptopbann verkündet hatten. In den USA geht es um zehn Flughäfen im Mittleren Osten und Nordafrika. Anders als in Großbritannien sind in den USA keine nationalen Airlines betroffen, weil die - wie Bloomberg berichtet - nicht in diese Länder fliegen.

Auch Spielkonsolen und Kameras

Bei dem Verbot geht es übrigens nicht nur um Laptops, sondern um alle elektronischen Geräte, die länger sind als 16 Zentimeter, breiter als 9 Zentimeter und dicker als 1,5 Zentimeter - also auch E-Reader, Spielekonsolen oder Kameras. Die müssen ab sofort eingecheckt werden, was nervig ist, erstens weil man die Geräte dann während des Fluges nicht benutzen kann und zweitens, weil das auch das Diebstahlrisiko erhöht.

Warum die Regierungen Laptops im Flugzeug für gefährlich halten, das erklären sie nicht im Detail, nur so viel: Es geht um Terrorabwehr. In der Vergangenheit gab es bereits Terroranschläge mit Laptops auf Flugzeuge. Im Februar 2016 zündete ein Attentäter zum Beispiel eine Bombe auf einem Flug von Somalia nach Djibouti. Das Flugzeug stürzte allerdings nicht ab.

CNN berichtet, dass Al-Quaida seine technischen Fähigkeiten auf besondere Weise verfeinert habe. Und zwar so, dass die Bombe von einem Laptopakku kaum noch zu unterscheiden sei. Es gibt aber derzeit viele Stimmen, die die Sinnhaftigkeit des Laptopbanns anzweifeln.

Kritik an Laptopverbot 

Nicholas Weaver, ein Forscher des International Computer Science Institute an der University of California in Berkeley sagte dem Guardian, wenn ein Angreifer daran interessiert ist, einen Laptop in eine Bombe zu verwandeln, dann kann er sie auch im Frachtraum hochgehen lassen. Außerdem sagen Experten: Wenn es um Sicherheit gehe, mache es keinen Sinn, das Laptopverbot auf Flüge aus ein paar muslimischen Ländern zu beschränken. Ralph Beisel, Chef des deutschen Flughafenverbandes ADV, bezeichnete die Entscheidung als "blanken Unsinn" und "reinen Aktionismus".