Experten, die Sicherheitslücken im Internet aufspüren, können mit ihrem Job viel Geld verdienen: 250.000 US-Dollar sind drin, wenn die Lücke wirklich bedrohlich ist. So steht es im Jahresbericht von Hacker One, der jetzt veröffentlicht wurde.

Es ist sozusagen ein Jahresbericht der guten Hacker: Hacker One wird von großen IT-Konzernen wie Google oder Microsoft engagiert, um deren Produkte auf Schwachstellen zu überprüfen. Hacker One tritt dabei nur als Vermittler auf. Die Jobs werden einzelnen Hackern übertragen.

Die Sicherheitslücken-Industrie

Der Markt ist riesengroß, sagt Deutschlandfunk-Nova-Netzautor Andreas Noll. Es handele sich längst um eine Industrie, die viele Familien ernährt.

"Rund 78.000 Sicherheitslücken haben Sicherheitsexperten den Firmen vergangenes Jahr mitgeteilt."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova

Knapp 80.000 gemeldete Sicherheitslücken im Jahr 2017 – allein diese Zahl lege nah, dass mehrere Tausend Menschen in dieser Branche arbeiteten.

Nicht alle werden reich

Wann ein Hacker jetzt gut verdient, sei natürlich eine Frage der Definition, so unser Reporter Andreas Noll. Ehrlicherweise müsse man aber sagen, dass bei weitem nicht alle anständigen Hacker 250.000 US-Dollar Honorar für ihre Arbeit bekommen. Diese Summe falle nur in Ausnahmefällen an. In der Regel handele es sich um niedrige fünfstellige Summen zwischen 10.000 und 20.000 US-Dollar.

Zum Hacker per (Selbst)studium

Wie wird man eigentlich zum Hacker? Inzwischen geht das sogar per Studium, etwa mit dem Studiengang IT-Sicherheit. Informatik, Elektrotechnik, Informationstechnik und Kryptografie stehen da unter anderem auf dem Lehrplan.

Häufiger wird man zum Profihacker aber eher durch learning by doing. Ansatzpunkte werden zum Beispiel in Deutschland über den Chaos Computer Club (CCC) vermittelt, der inzwischen auf 9000 Mitglieder angewachsen ist.

Deutschland nicht in der allerersten Liga

Deutschland gehört zu den großen Playern in der IT-Sicherheit, sagt Andreas Noll. Im Vergleich zu den USA sei die deutsche Szene allerdings abgehängt. Das sehe man eben auch an der Bezahlung: Die Sicherheitsforscher in den USA verdienten am meisten und bekämen auch in der Gesamtschau die meisten Prämien. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen dann Indien und Russland. Deutschland landet mit deutlichem Abstand weit dahinter.

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