In einem sozialen Brennpunkt in der Dominikanischen Republik sollte ein Skatepark gebaut werden. Eine Kölner Firma hat ihn geplant - und einen freiwilligen Bauleiter gleich mitgeschickt. Die größten Hürden: Hitze, Kriminalität, Unzuverlässigkeit.

2017 hat eine deutsche Nichtregierungsorganisation, die in der Dominikanischen Republik ein Waisenhaus und eine Schule betreut, die Firma kontaktiert, in der Julian Heidrich arbeitet. Die Frage: Ob sie ehrenamtlich einen Skatepark planen könne.

Julians Firma hat zugesagt. Und als die Planung fertig war, brauchte die Schule in der Dominikanischen Republik auch noch jemanden, der den Bau vor Ort betreut. Und so flog Julian, gelernter Bauingenieur, Anfang 2018 in die Karibik.

"Dort lernten Waisenkinder, die beispielsweise mit ansehen mussten, wie der Vater die Mutter erstochen hatte, das Skaten. Und sie bekamen leuchtende Augen, wenn sie nach der Schule bei der Baustelle vorbei kamen."
Julian Heidrich

Am Ende ist der Skatepark fertig geworden, doch der Weg dahin war schwierig.

Keiner im Team außer Julian hatte bisher einen Skatepark gebaut. Die Hälfte der Helfer hatte keine handwerkliche Ausbildung. Das Material war teurer als erwartet. Und 40 Grad und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit waren eine zusätzliche Belastung.

Zudem befand sich die Baustelle mitten im sozialen Brennpunkt der Hauptstadt Santo Domingo, und Kriminalität ist immer Thema. Nachts wurde die Baustelle stets bewacht, Julian ist mehrmals beinahe ausgeraubt worden.

Kind mit Skateboard in der Dominikanischen Republik

Im Gespräch mit Deutschlandfunk-Nova-Moderator Christian Schmitt erzählt Julian, warum Skaten genau das Richtige für Kinder und Jugendliche auch in armen Ländern ist, wie er mit nicht immer verbindlichen Absprachen umgegangen ist und was es für ihn bedeutete, sich um alles auf einmal kümmern zu müssen.