Im 18. Jahrhundert waren in den USA Schwarze so gut wie automatisch Sklaven. Auch Caesar wurde versklavt, doch er wollte sich damit nicht abfinden. Er machte mit seinem Herrn einen Deal, dieser brach sein Versprechen jedoch. Also zug Caesar kurzerhand vor Gericht. Und gewann.

Sklaven waren Dinge, die man besitzen, erwerben, verkaufen konnte. Umso erstaunlicher, dass diese Ware ihre Würde und Freiheit einklagen wollte. Das hat die Frankfurter Historikerin Carolin Retzlaff herausgefunden - und erkannt: Gerichtsprozesse mit klagenden Sklaven waren gar nicht so selten.

Einer der Sklaven, die in den USA im 18. Jahrhundert nicht länger gefangen sein wollten, war Caesar. Caesar machte einen Deal mit seinem Eigentümer Taylor: Er zahlt ihm sechs Jahre lang jedes Jahr 100 Pfund, danach ist er frei. Der Herr ließ sich darauf ein.

Regeln für Sklavenhaltung beachtet?

In dem Deal läuft nicht alles rund. Taylor sperrt Caesar ein, schlägt ihn, will ihn verkaufen. Da wusste der Sklave: Mit dem Deal wird es nichts. Und meine Freiheit werde ich auch nicht zurück erlangen.

Caesar zieht vor Gericht. Vertreten wird er vom späteren US-amerikanischen Präsidenten John Adams. Es geht jetzt um Kaufverträge, Ratenzahlungen, darum, ob Taylor die Regeln für Sklavenhaltung eingehalten hat und ob Caesar überhaupt rechtmäßig ein Sklave ist.

Es geht bis vor das Superior Court, an dem eine weiße Jury über Caesars Schicksal entscheidet. Caesar gewinnt. Er ist ein freier Mann.