Wie entspannt wäre es doch, seine E-Mails im Winter einfach im Handschuh zu lesen oder das Navi beim Radfahren auf dem Jackenärmel zu haben. Forschende aus China haben dazu jetzt die passende Technologie entwickelt.

Jacken mit eingebauter Heizung oder einer Bluetooth-Verbindung zum Handy, gibt es schon. Und auch extrem flache und flexible Bildschirme sind schon entwickelt worden, doch diese waren nie flexibel genug, um daraus Klamotten herzustellen. Forschende aus China haben jetzt aber eine Technologie entwickelt, die tatsächlich Bildschirme auf Klamotten abbilden kann.

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Es sieht aus wie ein ganz normales Stück Baumwollstoff, sechs Meter lang, 25 Zentimeter breit. Doch was sich im Inneren befindet, ist hochkomplex: Zunächst haben die Forschenden sehr viele Fäden aus versilbertem Garn, die elektrischen Strom leiten können, mit Zinksulfid-Phosphor beschichtet. Ein Material, das leuchtet, wenn Strom durchfließt.

Diese Zinksulfid-Phosphor-Fäden sind wiederum mit Fäden aus leitfähigem Kunststoff verwoben und überall dort, wo sich zwei verschiedene Fäden kreuzen und somit berühren, entstehen winzig kleine Leuchtelemente, die elektronisch angesteuert werden können. 500.000 dieser kleinen Leuchtpunkte sind in dem kleinen Stück Baumwollstoff verwoben und können laut der Forschenden bereits ein sehr scharfes Bild erzeugen.

Kaum stromintensiv und robust

Das Gute ist: Für die Klamotten wird nur ganz wenig Strom benötigt. Damit der Stoff so hell leuchtet wie unsere Displays, genügt weniger als ein Tausendstel Watt, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Matthias Wurms.

Das ist wichtig, sonst würde der Stoff zu heiß werden. Zudem haben die Forschenden Fäden entwickelt, die wie eine kleine Solaranlage funktionieren und somit Strom aus Sonnenlicht erzeugen und diesen auch speichern können.

"Man braucht nur ganz wenig Strom. Damit der Stoff so hell leuchtet wie die Displays, die es jetzt schon gibt, genügt weniger als ein Tausendstel Watt."
Matthias Wurms, Deutschlandfunk Nova

Laut der Forschenden könne man den atmungsaktiven Stoff auch tausendmal zusammenlegen und hundertmal waschen, ohne etwas kaputt zu machen.

Nutzung auch für die Pflege denkbar

Für die Nutzung ihrer Technologie haben die Forschenden schon verschiedene Vorschläge. Beispielsweise könne man eben per Bluetooth den Bildschirm des Smartphones auf den Ärmel übertragen. Touchfähig ist dieser Bildschirm zwar nicht, allerdings sagen die Forschenden, dass man eine Art Tastatur integrieren könnte.

Aber sie sehen ihre Technologie zum Beispiel auch für Krankenhäuser oder in der Pflege als sinnvoll an, um damit Patientinnen oder Patienten besser zu überwachen. Denn bei Versuchen haben sie ausprobiert, die Gehirnaktivität in Lichtsignale zu übersetzen. An der Kleidung konnten sie dann sehen, wie entspannt oder aufgeregt ihre Probandinnen und Probanden waren.