Das Smartphone in Brusthöhe oder auf dem Schoß, den Blick aufs Display geheftet. So verbringen wir bis zu drei Stunden am Tag. Das ist nicht nur schädlich für unsere Haltung. Es macht auch verdammt schlechte Laune.

Vier bis sechs Kilogramm wiegt unser Kopf. Wenn wir auf unser Smartphone-Display starren, neigen wir den Kopf ungefähr um 60 Grad nach vorne. Zuzüglich der Schwerkraft zerrt dann an unserer Halswirbelsäule und Nackenmuskulatur ein Gewicht von 30 Kilo. Das führt auf die Dauer zu einem Buckel. Der wird inzwischen schon iBuckel genannt, weil das Phänomen auch immer häufiger schon bei Teenagern auftritt.

Smartphone-Buckel macht depressiv

Psychologen haben jetzt herausgefunden, dass sich diese gekrümmte Haltung auch auf unsere Psyche auswirkt. Da verdrehen sich quasi Ursache und Wirkung. Wenn wir traurig sind oder frustriert, äußert sich das ja in einer etwas schlafferen Körperhaltung und hängenden Schultern zum Beispiel. Und Studien legen inzwischen nahe, dass das auch umgekehrt funktioniert. Also, dass wir die Körperhaltung mit gesenktem Blick einnehmen und dass das Gehirn diese Haltung als schlechte Stimmung "deutet".

"Wir gehen davon aus, dass es Gedächtnisnetzwerke im Gehirn gibt, in denen bestimmte Gedankenmuster abgespeichert sind, die mit den Zuständen zusammenhängen, aber auch bestimmte Körperhaltungen oder Bewegungsmuster. Und wenn ich jetzt einen Bestandteil des Netzwerkes aktiviere, dann breitet sich die Aktivierung auch im Rest des Netzwerkes aus."
Johannes Michalak, Psychologe von der Universität Witten-Herdecke

Aber - und das ist die gute Nachricht - es gibt Lösungen für dieses Problem. Weniger auf das Smartphone starren ist das eine. Zum anderen reicht es schon, sich die Haltung immer mal wieder bewusst zu machen, sagt Psychologe Johannes Michalak. Denn erst dann habe man die Chance, diese Haltung auch mal bewusst zu verlassen und zum Beispiel das Smartphone einfach etwas höher zu halten. Außerdem natürlich Gymnastik und Dehnübungen für Rücken und Nacken. Vielleicht gibt es ja dafür auch schon eine spezielle App.

Links zur Smartphone-Studie: