Die einen sind mit dem ersten Weckerklingeln fit, die anderen drehen sich lieber noch mal fünf Minuten um. Aber ist snoozen schlechter als direkt aufstehen?

Die Antwort ist eindeutig: kommt drauf an. Denn entscheidend ist, wie viel Schlaf wir bekommen haben, bevor wir den Schlummermodus aktivieren. Also wenn wir pro Nacht sieben Stunden Schlaf brauchen, wir hatten aber nur sechseinhalb und hängen noch mal eine halbe Stunde Schlummermodus dran, dann wäre es besser gewesen, direkt die halbe Stunde länger zu schlafen, sagt Schlafforscher Hans-Günter Weeß vom Pfalzklinikum.

"Wenn wir zum Zeitpunkt aufgestanden wären, an dem wir zuletzt die Snoozetaste gedrückt haben, hätten wir einen ununterbrochenen Schlaf gehabt. Damit wäre die Schlafmenge besser und erholsamer erreicht worden."
Hans-Günter Weeß, Schlafforscher am Pfalzklinikum

Wer also in der Nacht zu wenig Schlaf hatte, sollte sich den Schlummermodus lieber sparen und gleich durchschlafen. 

Entscheidend ist aber nicht nur, ob man genügend Schlaf hatte, sondern auch, in welcher Schlafphase wir uns gerade befinden, wenn der Wecker klingelt. So kann es sein, dass wir um fünf Uhr sehr gut aufstehen können, obwohl es noch früh ist. Zwischen sieben und neun kommen wir aber gar nicht aus dem Bett.

"Es gibt Schlafstadien, wie den REM- oder Traumschlaf, da ist unser Gehirn schon hoch aktiv. Das heißt, der Motor läuft schon und wir müssen nur noch den Gang einlegen, also wach werden."
Hans-Günter Weeß, Schlafforscher am Pfalzklinikum

Unterschiedliches Schlafbedürfnis bei Paaren

Ein bisschen komplizierter wird es, wenn wir uns das Bett mit jemandem teilen. Und - besonders nervig - einer snoozt die ganze Zeit, während der oder die andere eigentlich noch weiterschlafen könnte. 

"Man mag sich am Tage gut verstehen, aber nachts hat man unterschiedliche Bedürfnisse an den Schlaf. Und dann bekommt man auch schon mal eine Konfliktsituation."
Hans-Günter Weeß, Schlafforscher am Pfalzklinikum

Da hilft eigentlich nur: Rücksicht nehmen auf das Schlafbedürfnis des anderen. Wer eher der Typ Nachteule ist und noch stundenlang Serien streamen möchte, sollte das dann eben nicht im Bett mit Kopfhörern machen, sondern sich eine gemütliche Ecke im Zimmer suchen. Und für nächtliche Bücherwürmer gibt es kleine Nachtlichter, die nicht gleich das ganze Zimmer ausleuchten.

Für die Lerchen gilt, einfach den nächsten Tag schon vororganisieren. Das heißt zum Beispiel, die Klamotten für den nächsten Tag schon mal im Bad deponieren und sich da anziehen. Wenn das alles nichts bringt, hilft am Ende nur eins: getrennte Schlafzimmer. Auch wenn das häufig immer noch ein gesellschaftliches Tabuthema ist.

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