Der Horror: Ihr wollt morgens zur Uni radeln und das Rad ist weg. Das passiert überall in Deutschland. Mehr als 300.000 Fahrraddiebstähle werden Jahr für Jahr erfasst. Nur knapp zehn Prozent der Fahrraddiebstähle klärt die Polizei auf. Ihr müsst also was tun, um euer Rad zu sichern.

In Berlin soll am Bahnhof Lichtenberg gegen Fahrraddiebstähle jetzt ein Fahrradhostel Abhilfe schaffen: Ein Rondell mit zehn Fahrradboxen, die individuell abschließbar sind. Das Fahrrad passt vertikal in diese Boxen, und zusätzlich dazu können Helm und Rucksack darin aufbewahrt werden. Höchtspreis für einen Tag Parken: drei Euro. Das Start-up Velo Easy hat diese Boxen aufgestellt und will das Konzept auch auf andere Stadtteile ausweiten. Berlin hat das auch nötig: Hier werden pro Jahr 30.000 Diebstähle angezeigt - die tatsächliche Zahl dürfte noch weit höher liegen.

"Ein gutes Schloss ist in jedem Fall super wichtig."
Anna Kohn, DRadio Wissen

In anderen deutschen Städten gibt es schon ähnliche Boxen - meistens an Bahnhöfen oder Straßenbahnhaltestellen, in Köln zum Beispiel in Junckersdorf oder in Mannheim oder Freiburg am Bahnhof. In Japan steht so eine Fahrradgarage in XXL: Das Ganze funktioniert wie die Gepäckaufgabe am Bahnhof. In der Nähe des Kasai-Bahnhofs in Tokio können fast 6500 Fahrräder abgestellt werden. Ein unterirdisches Karussel schiebt alles an seinen Platz. 20 Dollar zahlen Japaner dafür im Monat.

Es gibt aber auch private Fahrradboxen. In Hamburg geht das sogar auf öffentlichen Plätzen. 7000 bis 10.000 Euro kostet so eine Box - 3000 davon übernimmt die Stadt, den Rest müssen Privatleute übernehmen.

Das Rad klettert die Laterne hoch

Wenn auf dem Bürgersteig nicht genügend Platz ist, hängt man es einfach an eine Laterne. Der Elektroladen Conrad hat schon vor einiger Zeit ein Fahrradschloss vorgestellt, das an Laternen hochklettern kann. Das haben Tüftler aus Alustangen, Inlinerollen und einem kleinen Motor zusammengebastelt. Das Fahrrad fährt am Schloss die Laterne hoch.

Eine gute Lösung wäre aber auch, direkt Fahrradparkplätze beim Bau von Häusern einzuplanen. Genau das gibt es schon in Berlin. Am Nöldernplatz haben zwei Architekten ein Fahrradloft gebaut, das aus zwei Wohnhäusern besteht - dazwischen ein Garten. Die Wohnungen haben einen großen Aufzug und je zwei Balkone - einen zum erholen und einen, um das Fahrrad abzustellen. Und in Leipzig wurde an der Uni der Campus neu gestaltet und dabei eine Fahrradgarage mit zwei Parkebenen für Fahrräder entworfen.