Da druckt ein Künstler Instagram-Bilder in DIN A0 aus und verkauft sie für mehrere tausend Dollar. Kann man machen, aber die Bilder sind noch nicht mal seine. Er hat sie einfach im Netz ausgesucht und ohne Freigabe verwendet. Ist das okay?

Insgesamt 37 Bilder hat der Künstler Richard Prince auf Instagram ausgesucht, sie leicht bearbeitet und einen eigenen Kommentar darunter geschrieben. Genau diese Bilder hat er im Anschluss ausgedruckt auf einem VIP-Event der Kunstmesse Frieze Art New York ausgestellt. Ergebnis: alle Bilder verkauft. Den Deal schlechthin konnte er mit einem Foto der Userin Doedeere machen, das für 90.000 Dollar über die Theke ging. Soweit bekannt, hat sie aber keinen Anteil am Gewinn bekommen.

"Viele Leute würden sagen, hey, warte mal, du kannst das wirklich nicht machen. Du kannst auch nicht einfach losgehen, dir ein Buch kaufen, es signieren, sagen, es sei von dir und es dann verkaufen. Aber ich kann das, ich habe keine Schwierigkeiten damit.“
Richard Prince, Künstler, in einem Interview mit dem Vice-Magazin, 2013

Warum verkauft sich sowas?

Richard Prince ist bekannt in der Kunstszene, wohl auch deshalb waren die ausgedruckten Instagram-Bilder so beliebt. 2007 hat er für 3,4 Millionen ein Foto verkauft, das aus fotografierten Ausschnitten von Marlboro-Werbeanzeigen zusammengesetzt ist. Er selbst findet es völlig okay, Werke anderer Urheber für sich zu nutzen. In einem Interview mit dem Vice-Magazin vor zwei Jahren sagte er: "Viele Leute würden sagen, hey, warte mal, du kannst das wirklich nicht machen. Du kannst auch nicht einfach losgehen, dir ein Buch kaufen, es signieren, sagen, es sei von dir und es dann verkaufen. Aber ich kann das, ich habe keine Schwierigkeiten damit."

Dass der Künstler sein Vorgehen richtig findet, ist nicht überraschend. Auch die Userin Doedeere, von der das berühmteste Instagram-Bild der Serie stammt, will Prince rechtlich nicht belangen. Nach US-amerikanischem Gesetz wäre das auch gar nicht so einfach, denn hier gilt die Fair-Use-Regelung. Die erlaubt das Kopieren jeglicher immaterieller Güter zu Zwecken wie Bildung, Kunst und Wissenschaft. Über allem steht allerdings die Erkenntnis, dass wir als User von Facebook, Instagram und Co. unsere Urheber- und Verwendungsrechte abgeben. Die Betreiber dürfen unsere Fotos nutzen, wie sie wollen. Dazu gehört auch der Verkauf der Bilder, wie Richard Prince es vorgemacht hat. Im Netz kommt Richard Princes Kunst allerdings nicht so gut an: Kopieren und verkaufen, und dann noch für so viel Geld, das geht gar nicht.

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