Je gestresster wir sind, umso enger, gepresster und flacher klingt unsere Stimme. Die App Soma Analytics analysiert unsere Stimme und unseren Schlaf und sagt uns dann, wie hoch grade unser Stresspegel ist. Ach so: Und die Daten werden dann an unseren Chef übermittelt, damit der weiß, wie es uns geht.

Hinter Soma Analytics steckt eine kleine Gruppe ehemaliger Studenten aus München. Neben der Stimmanalyse überwacht Soma Analytics uns auch im Schlaf. Dazu nutzt die App den Bewegungssensor des Smartphones. Der ist ziemlich empfindlich und wenn unser Smartphone nachts neben uns liegt, zeichnet die App unsere nächtlichen Bewegungen auf. Daraus lässt sich dann vieles über unsere Schlafqualität ablesen.

Soma Analytics geht noch weiter: Wenn unser Chef die gleiche App benutzt, dann übermittelt Soma unsere Daten an unseren Chef. Der weiß dann direkt, ob seine Mitarbeiter sich wohl fühlen, wie ihre Schlafqualität ist. Letztlich erfährt er, wie effektiv seine Mitarbeiter zurzeit sind.

Überwachung per App?

Für die Erfinder von Soma Analytics ist diese Form der Überwachung kein Problem. Für uns allerdings schon: Wer will schon, dass der Chef genau über unsere Schlafqualität oder Stimmmodulation Bescheid weiß? Die Soma-Macher wollen damit unseren Arbeitsalltag und vor allem unsere Work-Life-Balance verändern. Johann Huber von Soma sagt dazu, dass jeder Soma-Nutzer jederzeit entscheiden kann, ob die App läuft oder nicht. Zudem fasst Soma die Daten zusammen und anonymisiert sie, bevor sie an den Arbeitgeber weitergegeben werden.

"An den Arbeitgeber übermittelt wird dann ein Gesamtpaket, sagen wir mal eine ganze Abteilung. Da geht der einzelne dann drin unter."
Michael Gessat, DRadio-Wissen-Netzreporter

Die wichtigste Idee hinter Soma sei auch gar nicht die Weitergabe der Daten an den Arbeitgeber sondern die Warnfunktion der App, sagt Johann Huber. Ab einem gewissen Punkt sagt Soma uns nämlich: Achte mal ein bisschen auf dich und deinen Körper.