Der Sommer kommt! Es wird heiß diese Woche. Wir sagen euch, welche Kleidung ihr dabei am besten tragt, um nicht zu schwitzen – und wieso schwarz im Sommer auch ziemlich gut sein kann.

Grundsätzlich ist es so, wie wir es kennen: Weiß reflektiert das Sonnenlicht, Schwarz absorbiert es, saugt es also auf. Deshalb heizt sich zum Beispiel eine schwarze Jeansjacke stärker auf als eine weiße. Gleichzeitig kann Schwarz Körperwärme aber auch besser wieder nach außen leiten. 

Es gibt verschiedene Untersuchungen zum Kühlungsgrad von Schwarz und Weiß. Zoologen haben im Jahr 1978 zum Beispiel Vögel mit schwarzen und weißen Federn untersucht. Das Ergebnis: Bei Windstille kühlte das weiße Federkleid besser, bei einer leichten Brise hingegen das schwarze. Der Wind sorgt also dafür, dass Schwarz die Wärme vom Körper schneller wegtransportiert, als dass es sie aufnimmt.

Versuche in der Wüste

Ein anderes Forscherteam hat Versuche in der Negevwüste gemacht - die Temperaturen dort können bis auf 46 Grad steigen - mit Beduinen, denn die tragen teilweise weiße, teilweise schwarze lange Gewänder. Außerdem haben Menschen in einer hellen Militäruniform und in Shorts mitgemacht.

Die Versuchsperson in Shorts hat die Hitze am stärksten gespürt. Im Beduinengewand war es am angenehmsten – egal ob schwarz oder weiß. Es kommt also weniger auf die Farbe an. Wichtiger ist, dass die Kleidung locker sitzt, damit die Luft zirkulieren kann.

"Bei eng sitzender Kleidung ist es dann aber tatsächlich so, dass dir in einem schwarzen Shirt heißer wird, als in einem weißen."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova

Abgesehen von der Farbe und davon, ob die Kleidung eng oder weit sitzt, gibt es noch ein paar andere Punkte, auf die wir bei unserer Sommergarderobe achten können:

  • Natürliche Materialien sind am besten.
  • Leinen kühlt den Körper und ist luftdurchlässig.
  • Baumwolle ist auch ziemlich gut, allerdings sollten wir darauf achten, dass es Biobaumwolle ist oder dass die Klamotten schon mehrmals gewaschen wurden, sagt die Textilwissenschaftlerin Josephine Barbe.
  • Es gibt inzwischen auch alternative Fasern - zum Beispiel Stoffe aus Algen, die in einem Lyocell-Verfahren hergestellt werden - ohne Giftstoffe.
"In der herkömmlich hergestellten Baumwolle - so Billigshirts aus den Discountern - sind jede Menge Giftstoffe drin. Das ist für die Haut superschlecht, wenn dann noch die Hitze zukommt und die Feuchtigkeit beim Schwitzen."
Josephine Barbe, Textilwissenschaftlerin

Wenn ihr noch auf der Suche nach ein paar Teilen für den Sommer seid, schaut vorher besser auf die kleinen eingenähten Hinweisetiketten. Denn auf Polyester, Nylon und Acryl solltet ihr im Sommer lieber verzichten. Die Haut kann unter diesen Stoffen nicht atmen, fängt an, zu schwitzen und zu müffeln. Außerdem besteht hier auch das Problem mit den Giftstoffen.

Kleidung funktioniert im Sommer natürlich auch als Sonnenschutz - allerdings nur dort, wo sie die Haut richtig bedeckt. Und auch hier kann dunkle Kleidung wieder besser sein, sagt unsere Reporterin Rahel Klein. Ein dünnes schwarzes Shirt hat ungefähr einen Lichtschutzfaktor von 20. Ein Weißes dagegen nur 5 bis 10. Im Zweifel also auch unter der Kleidung Sonnencreme auftragen, wenn der Stoff sehr dünn ist. Wenn der Stoff aber dick ist, spielt die Farbe irgendwann auch keine Rolle mehr.

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