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In Berlin laufen die Sondierungsgespräche. Wird es eine Ampel? Oder doch Jamaika? Zum aktuellen Stand erfährt man nahezu nichts. Die Statements der Parteien bleiben vage. Wie unser Korrespondent berichtet, wird jetzt schon Körpersprache interpretiert.

Zu den Inhalten der Verhandlungen halten sich die Teilnehmenden bedeckt. FDP-Generalsekretär Volker Wissing beispielsweise betont, es gebiete dem Respekt gegenüber den Gesprächspartnern, nicht zu viel nach außen dringen zu lassen. Die Freien Demokraten haben bereits mit der SPD, der CDU und den Grünen verhandelt.

Deutschlandfunk-Nova-Berlin-Korrespondent Frank Capellan sagt, dass die Statements der Parteien zum Stand der Verhandlungen nichtssagend sind. "Die Statements könnte man sich auch sparen", so der Korrespondent.

Körpersprache der Teilnehmenden

Wenn den Statements inhaltlich nicht allzu viel zu entnehmen sei, müsse man als Journalist eben mehr auf die Körpersprache achten, so der Berlin-Korrespondent – und auch zwischen den Zeilen lesen. Wenn Volker Wissing, Generalsekretär der FDP, beispielsweise von großen Klippen nach den Gesprächen mit der SPD berichtet, dann sei damit wohl die Steuerpolitik gemeint, erklärt Frank Capellan.

"Natürlich ist es so, dass die FDP lieber mit der Union wollen würde. Aber insbesondere die Christdemokraten sind so schlecht aufgestellt. Die sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass das eigentlich nicht laufen kann."
Frank Capellan, Deutschlandfunk-Nova-Berlin-Korrespondent

Frank Capellan erklärt, dass FDP-Chef Christian Lindner in Richtung CDU gesagt hat, dass die Unionsparteien erst einmal klären müssen, ob sie überhaupt regieren wollen. "In der Union wird nur noch darüber diskutiert, ob CDU-Kandidat Armin Laschet noch ein Verhandlungsmandat hat. Viele sagen: Nein, das hat er nicht mehr", so Frank Capellan.

"Beispielsweise kommt Jens Spahn plötzlich aus der Deckung. Und Friedrich Merz will auch wieder Vorsitzender werden, wenn es denn die Mitglieder wollen. Und Norbert Röttgen und Carsten Linnemann melden sich auch zu Wort."
Frank Capellan, Deutschlandfunk-Nova-Berlin-Korrespondent

Keiner in der Union traut sich gerade zu sagen, dass Armin Laschet sich nun etwas zurückziehen solle, berichtet Politikjournalist Frank Capellan. Das schwächt die Union – das merken die Freien Demokraten. "Die Freien Demokraten sind meiner Meinung jetzt ganz klar auf Ampelkurs."

Die Ampelkoalition ist wahrscheinlich

Frank Capellan geht davon aus, dass die nächste Regierung ein Bündnis aus SPD, FDP und Grünen (Ampelkoalition) wird. "Natürlich wird das schwierig. Und natürlich müssen die Parteien sehen, dass sie ein 'Zukunftsbündnis' – so wurde es in den letzten Tagen immer wieder gesagt – hinbekommen."

Zukunftsbündnis sei so zu verstehen – erklärt unser Korrespondent –, dass die FDP ähnlich wie die Grünen viele Erstwählerstimmen erhalten hat. "Deswegen muss die FDP beim Thema Klimaschutz liefern. Und bei der Digitalisierung. Da muss was kommen von der FDP." Diese Themen sind jungen Wählerinnen und Wählern wichtig.

Union will noch mit Grünen reden

Auch wenn Frank Capellan die Verhandlungen für sehr weit fortgeschritten hält, geht er davon aus, dass sich Bürgerinnen und Bürger noch eine Weile gedulden müssen bis eine neue Regierung gebildet ist. "Die Union will noch mit den Grünen reden und die Grünen wollen das auch. Das sind Gründe der Verhandlungstaktik."