Die Tage werden länger und die UV-Strahlung nimmt zu. Auch wenn es vielleicht noch kühl ist, braucht die Haut jetzt einen Sonnenschutz. Klappt das mit der Sonnencreme vom Vorjahr? Die Antwort lautet: Jein.
Plötzlich ist sie da, die Sonne. Und wir fragen uns: Kann ich meine alte Sonnencreme noch verwenden? Unter Umständen ja, zumindest wenn die Creme nicht länger als ein Jahr lang offen war.
Denn üblicherweise gilt bei Kosmetik die sogenannte 12-Monats-Regel. Das heißt: Ein Produkt ist nach der ersten Öffnung noch bedenkenlos 12 Monate lang verwendbar. Man erkennt das an einem Symbol auf der Verpackung, das eine geöffnete Cremedose zeigt, in der Regel mit der Angabe "12 M".
"Dunkel und kühl gelagerte Sonnencreme ist ungeöffnet mehr als 30 Monate haltbar."
War die Sonnencreme noch gar nicht offen, kann sie sogar noch viel länger verwendet werden, sofern sie dunkel und kühl gelagert wurde, sagt unser Reporter Sebastian Rams. Mehr als 30 Monate lang bleibt die Sonnencreme beispielsweise im Kühlschrank frisch – außer, auf der Verpackung ist ein konkretes anderes Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt. Das kommt allerdings eher selten vor.
Inhaltsstoffe können ihre Schutzfunktion verlieren
Kritisch wird es dann, wenn die schon mal benutzte Sonnencreme länger als ein Jahr lang offen war. Dann sollten wir sie besser nicht mehr verwenden. Denn ab dann garantieren die Hersteller keinen ausreichenden UV-Schutz mehr. Die Inhaltsstoffe können sich nämlich durch den Kontakt mit Sauerstoff verändern und ihre Schutzfunktion verlieren.
Alte Sonnencreme kann schädlich sein
Noch bedenklicher ist aber: In lange geöffneter Sonnencreme können sich schädliche Stoffe entwickeln. Besonders, wenn der chemische UV-Filter Octocrylen enthalten ist, sollten wir vorsichtig sein und die alte Creme besser entsorgen.
Octocrylen steht in der Kritik, weil er sich laut einer Studie aus dem Jahr 2021 im Laufe der Zeit in Benzophenon umwandeln kann, das von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als potenziell krebserregend eingestuft wird. Aus diesem Grund wurde Benzophenon in Kosmetika inzwischen EU-weit verboten – nicht aber das Octocrylen.
"Der Stoff kann auch unter kompliziert klingenden chemischen Bezeichnungen bei den Inhaltsstoffen auftauchen, das ist nicht immer so leicht zu erkennen."
Es empfiehlt sich also unbedingt, die Inhaltsstoffe auf der Verpackung zu checken, sagt unser Reporter. Allerdings: Das ist nicht immer so einfach. Der Stoff Octocrylen kann sich auch unter anderen, kompliziert klingenden chemischen Bezeichnungen verstecken.
Abhilfe schafft da zum Beispiel die App "ToxFox" der Umweltschutzorganisation BUND. Sie spürt schädliche Inhaltsstoffe auf, über einen Barcode-Scan. Und die gute Nachricht: Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wird Octocrylen in den letzten Jahren immer seltener in Kosmetika verwendet.
UV-Strahlen dringen auch durch Wolken
Übrigens: Ein guter Sonnenschutz ist auch dann wichtig, wenn es bewölkt ist, denn schädliche UV-Strahlen dringen durch Wolken. Besonders vor der intensiven Mittagssonne sollten wir uns schützen. Das geht natürlich nicht nur mit Sonnencreme: Ein Hut, eine Sonnenbrille oder entsprechend lange, nicht zu dünn gewebte Kleidung, hilft auch. Im Schatten ist die UV-Strahlung außerdem weniger intensiv.
