In den sozialen Netzwerken wird brutalistische Architektur gerade gefeiert. Klare Linien, harter Beton, krasse Kontraste - das macht einfach gute und dramatische Fotos. Aber viele der Bauten sind sanierungsbedürftig.

Der Begriff Brutalismus kam zum ersten Mal in den 1950er Jahren auf. Als einer der bekanntesten und prägendsten Vertreter des Brutalismus gilt der Architekt Le Corbusier. In Deutschland hat Gottfried Böhm den Brutalismus vorangetrieben.

"Aber nicht jedes Parkhaus ist brutalistisch, weil diese Architektur in allen Formen, in denen wir sie beobachten können, eine Art von künstlerischer Haltung ist."
Oliver Elser, Kurator der Sammlung #SOSBrutalism am Deutschen Architekturmuseum

Brutalismus leitet sich ab vom Wort béton brut - französisch für Sichtbeton. Bei dieser Architekturform ist vor allem viel roher, unverputzter, nicht angestrichener Beton sichtbar. Der Mariendom in Velbert bei Wuppertal ist brutalistisch oder das Olympia-Zentrum in München.

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Eben diese Haltung unterscheidet den brutalistischen Bau vom Plattenbau, bei dem zwar auch viel Beton sichtbar ist, aber die künstlerische Formgebung fehlt. In Deutschland findet man brutalistische Architektur vor allem in Nutzgebäuden wie Rathäusern oder Verwaltungen. Die Ruhruniversität in Bochum zum Beispiel oder das Postamt in Marburg.

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Kaum Interesse an Sanierung

In Deutschland hat der Brutalismus allerdings nicht den besten Ruf. Die Gebäude wirken auf den ersten Blick sehr brachial, fast schon menschenfeindlich. Dabei sollte der Brutalismus ursprünglich ein Gegenpol zur Nazi-Architektur sein. Doch an vielen der brutalistischen Bauwerke nagt der Zahn der Zeit. Sie müssten dringend saniert werden.

"Oftmals sind diese Betonmonster von innen total funktional und dafür gemacht, dass Menschen sie benutzen und sich eben nicht davor fürchten."
Deutschlandfunk Nova Reporterin Anke van de Weyer über Brutalismus

#SOSBrutalism ist aber nicht einfach nur ein Hashtag, um schöne Architekturbilder zu sammeln. Ins Leben gerufen hat die Aktion das Deutsche Architekturmuseum zusammen mit der Wüstenrot-Stiftung. Zur Sammlung unter sosbrutalism.org wird es ab Anfang Oktober eine Ausstellung in Frankfurt geben. Außerdem soll so der Brutalismus in den Fokus des Denkmalschutzes gelangen. Damit mehr brutalistische Bauten in Stand gehalten, statt abgerissen werden.

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