"Ah, das klingt doch wie...!" Werbung bedient sich gern bei aktuellen Hits - mit nachkomponierten Stücken. Aktuelles Beispiel: Ein Peugeot-Spot, dessen Musik stark nach "Maschin" von Bilderbuch klingt.

Werbung will dich kriegen. Was liegt da näher, als Hits, Styles, Trends aufzugreifen oder zu imitieren. Was bei der Zielgruppe eh schon "in" ist, wird benutzt. Das passiert besonders häufig bei Werbemusik.

Soundalikes nennt man solche Kompositionen, die sich stark an andere Songs anlehnen, ohne sie direkt zu kopieren. 2011 ging eine solche Geschichte durch die Medien. Damals hat sich Autohersteller Audi etwas zu sehr bei einem Eminem-Stück bedient. Eminem hat daraufhin geklagt. Aktuell gibt es einen Peugeot-Spot, der stark nach einem Song von Bilderbuch klingt.

Abgekupfert?

Klaus Kauker ist Komponist und kennt sich bestens aus mit Songs und Plagiaten. Seiner Meinung nach gibt es bei diesem Spot eine Ähnlichkeit zum Song "Maschin" von Bilderbuch: "Beide Stücke sind in der gleichen Tonart. Man kann sie hintereinander weg spielen und merkt nicht einmal, das man gewechselt hat." Peugeot lässt uns aber wissen: "Wir sehen keine Ähnlichkeiten. Das Lied "Maschin" lag der Komposition unserer Videocliphintergrundmusik nicht zu Grunde."

Originalsongs zu lizensieren wird für Konzerne immer teurer. Darum beauftragen sie Komponisten, die dann für ihre Kompositionen - ihre Soundalikes - selber haften. "Wie das letztendlich ein Gutachter sieht und was ein Gericht am Ende daraus macht, ist immer eine Einzelfallentscheidung", sagt Medienrechtsanwalt Stephan Benn. Meist landen solche Fälle aber nicht vor Gericht, sondern Bands und Konzerne einigen sich außergerichtlich.

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