In Zukunft soll die Anmeldung bei einer von Facebook betriebenen Plattform genügen, um auch die Dienste anderer Plattformen zu nutzen. Für die Nutzer ist das praktisch - für den Konzern Facebook aber auch.

Was haben Facebook, Whatsapp und Instagram gemeinsam? Richtig, sie haben alle den gleichen Chef: Mark Zuckerberg. Denn alle drei sozialen Netzwerke gehören zum Facebook-Konzern. Da wäre es doch praktisch, die Plattformen so zusammenzulegen, dass der Nutzer mit nur einem Konto bei einem der drei Netzwerke alle drei Dienste nutzen kann. Und genau das hat Facebook vor. Das zumindest berichtet die New York Times unter Berufung auf Aussagen von vier anonymen Quellen.

Unter anderem geht es darum, dass die Nutzer aller drei Dienste per Instant Messenger miteinander kommunizieren können. Das ist zwar eine große Veränderung, aber keine Überraschung, sagt Netzreporter Konstantin Köhler. Und teilweise sei so eine Verknüpfung auch schon umgesetzt. So gibt Whatsapp beispielsweise Handynummern an Facebook weiter.

Ziele von Facebook unklar

Aus der Nutzerperspektive betrachtet, macht die Verknüpfung der drei von Facebook betriebenen Plattformen Einiges leichter. Wer zum Beispiel nur einen Instagram-Account hat, kann dann auch Nachrichten an jemanden schicken, der nur bei Facebook unterwegs ist. Dabei sollen die Direktnachrichten genauso verschlüsselt sein, wie das auch bei Whatsapp ist. Also eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Die Plattformen selber sollen aber erst mal so bestehen bleiben. Die Zusammenlegung findet eher im Hintergrund, also auf technischer Basis statt. Das ist natürlich für die Nutzer bequem. Was Facebook aber darüber hinaus mit dieser Zusammenlegung will, ist bislang nicht klar.

"Was das ganz konkret bedeutet, ist noch gar nicht klar, das weiß Facebook angeblich noch nicht mal selbst."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova Netzreporter

Denkbar wäre aber folgendes:

  • Einfaches Registrieren: Wer bei Whatsapp ist, bislang aber nicht bei Facebook, kann sich mit nur einem Klick auch da registrieren. 
  • Werbung: Wenn die Dienste im Hintergrund vernetzt sind, kann individualisierte Werbung leichter auf allen Kanälen ausgespielt werden.
  • Mehr Daten sammeln: Wenn mehr Nutzer auf mehreren Plattformen aktiv sind, können die Daten leichter miteinander verknüpft werden.

Das heißt: Eines der Ziele könnte durchaus sein, die Werbeeffizienz zu verbessern und damit die Einnahmen zu erhöhen. Außerdem werden die Nutzer enger an das Angebot gebunden und vielleicht können so auch neue Nutzer auf die verschiedenen Plattformen geholt werden.

Zerschlagung vorbeugen

Spekuliert wird auch darüber, ob Facebook durch die Zusammenlegung der Plattformen einer möglichen Zerschlagung zuvorkommen will. Die wird immer wieder von verschiedenen Seiten gefordert. Nicht nur von Netzaktivisten, sondern auch von deutschen Politikern.

Wenn die Plattformen jetzt aber technisch so eng miteinander verknüpft sind, dass eine Zerschlagung unmöglich wird, könnte Facebook das als Gegenargument nutzen.

"Facebook kann am Ende sagen: Zerschlagung? Sorry, aber das geht überhaupt nicht. Wir sind ja ein großes Netzwerk - was wollt ihr da bitte zerschlagen?"
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

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