Es gibt Menschen, die Hilfe brauchen und andere, die helfen können. Per App kommen sie zusammen, auch wenn hunderte Kilometer zwischen ihnen liegen.  

Mischa aus Freiburg möchte sich seinen Lieblingstee kochen, der Schrank steht voller leckerer Sorten, seine WG-Kumpels stellen die Packungen aber nicht immer so ordentlich rein. Wie findet nun Mischa, der nur ein geringes Sehvermögen hat, seinen Lieblingstee? 

Mischa und seine Teeauswahl
© Deutschlandfunk Nova | Florian Rappaport

Ganz einfach: Mischa nimmt sein Smartphone, sagt ihm, es soll eine Verbindung zu "Be My Eyes" aufbauen und hält die Handykamera in Richtung Schrank. Anna aus Duisburg meldet sich und fragt, was Mischa wissen will. Es geht Mischa um den Standort des Roibuschs mit Vanille-Geschmack. Anna bietet nun via Smartphone die Orientierung, die Mischa braucht, um den Tee im Schrank zu finden. 

Ungefähr 35.000 Menschen mit Sehbehinderung sind in dieser App registriert. Denen stehen über 500.000 Helfer gegenüber. Für die Hilfesuchenden ist das super, sie bekommen sofort einen Helfer an die Strippe. Die Helfenden müssen oft einen längeren Zeitraum abwarten, bis mal eine Anfrage bei ihnen aufploppt.

Auch bei "Guzz" gibt es mehr Helfer als Hilfegesuche. Hier registrieren sich Menschen, die bestimmte Dinge besonders gut können wie Klavier spielen oder Steuererklärung machen. Per Audioanruf werden Fragen und Angebote über "Wakie" ausgetauscht. Solche Helfer-Apps können leider auch von Menschen ausgenutzt werden, die ganz anderes im Sinn haben. Deshalb gibt es bei allen Helfer-Apps auch die Funktion "Missbrauch melden".