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Um an Futter zu kommen, kommunizieren Kängurus mit Menschen. Und es gibt auch andere Wildtiere, bei denen zumindest die Vermutung besteht, sie könnten bewusst und absichtsvoll Kontakt zu Menschen suchen.

Können Wildtiere, die nicht wie Hunde oder Katzen über tausende Jahre domestiziert wurden, mit uns Menschen kommunizieren? Diese Frage beschäftigt die Wissenschaft immer wieder. Forschende der Universität Roehampton in England und der Universität von Sydney haben dazu eine Studie mit Kängurus durchgeführt und festgestellt, dass die Tiere tatsächlich mit ihnen kommuniziert haben, um so besser an ihr Futter zu kommen.

Hilfe beim Kisten ffnen

Für ihre Studie haben die Forschenden elf Kängurus zunächst darauf trainiert, sich Futter aus einer bestimmten Kiste zu holen. Daraufhin haben sie den Versuchsaufbau etwas verändert und die Kisten mit der Nahrung verschlossen, so dass die Kängurus ohne fremde Hilfe nicht mehr an die Nahrung kommen konnten.

Nach etwas Kratzen, Herumschnüffeln und erfolglosen Öffnungsversuchen haben die Kängurus angefangen, zwischen dem Versuchsleiter und den Kisten hin- und herzuschauen. Ein Verhalten, das man beispielsweise von Hunden kennt, die ihren Besitzerinnen oder Besitzern etwas sagen wollen.

"Die Kängurus schauten immer wieder abwechselnd zum Versuchsleiter und dann zur Kiste. Ganz ähnlich wie Hunde das tun, die ihrem Besitzer etwas mitteilen möchten."
Mario Ludwig, Biologe

Einige der Kängurus schnüffelten sogar am Knie des Versuchsleiters und stupsten ihn mit ihren Pfoten an, wie es ebenfalls manche Haustiere tun. Für die Forschenden waren diese Verhaltensweisen ein klarer Beweis dafür, dass die Tiere mit den Menschen kommunizieren wollten, um sie damit um Hilfe zu bitten.

Kängurus sind soziale Tiere

Eine Erklärung, warum die Kängurus mit den Menschen kommunizieren, sehen die Forschenden in dem sozialen Wesen der Tiere. Denn auch untereinander kommunizieren Kängurus oft mit Blickkontakt oder Körperberührungen.

"Auch untereinander kommunizieren Kängurus oft mit Blickkontakt oder Körperberührungen."
Mario Ludwig, Biologe

Da im Falle des Experiments aber keine anderen Artgenossen da waren, haben die Tiere offensichtlich versucht, mit den Menschen auf die gleiche Art und Weise Kontakt aufzunehmen. Die Forschenden wurde von den Kängurus sozusagen als Ersatz-Artgenossen angesehen, erklärt Biologe Mario Ludwig.

Experimente mit Wildtieren sind nicht ohne Risiko

Das Experiment hat allerdings einen kleinen Haken. Denn bei den Kängurus handelte es sich nicht um echte Wildtiere, sondern um "halb-wilde" Kängurus aus diversen Zoos, die automatisch mehr an Menschen gewöhnt sind als wilde Kängurus. Allerdings ist das Risiko von wilden Kängurus unabsichtlich verletzt zu werden, zu groß, um ein Experiment mit ihnen durchzuführen, sagt Mario Ludwig.

In einer anderen Studie mit ähnlichem Versuchsaufbau wurden wilde Wölfe untersucht. Anders als die Kängurus, unternahmen diese Wildtiere keinerlei Versuche, Kontakt zum Versuchsleiter aufzubauen. Stattdessen versuchten sie die Kisten nur mit ihren Zähnen zu öffnen.

Mantarochen bittet Taucher um Hilfe

Dass aber nicht nur hochentwickelte oder soziale Tiere wie Kängurus mit uns Menschen Kontakt aufnehmen können, zeigt ein Beispiel von der Westküste Australiens aus dem vergangenen Jahr. Ein weiblicher Mantarochen hat dort gezielt mehrere Taucher angeschwommen, um sie auf die Angelhaken, die direkt unter seinem Auge saßen, aufmerksam zu machen. Filmaufnahmen zeigen, wie der Mantarochen immer wieder auf einen der Taucher zuschwamm, woraufhin der Taucher die Angelhaken entfernt hatte.

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Die Geschichte des hilfesuchenden Mantarochens ist allerdings etwas umstritten. Die Meeresbiologin, die das Geschehen hautnah beobachtet hatte, schwört darauf, dass der Manta eindeutig um Hilfe gebeten hat. Andere Expertinnen und Experten bezweifeln dagegen, dass ein Manta zu einer derartigen geistigen Leistung fähig sein könnte, obwohl die Tiere zu den intelligentesten Meeresbewohnern gehören.