Viele Supermarktketten unterstützen die Tafeln in Deutschland, indem sie Lebensmittel spenden, die sie nicht mehr verkaufen können. Vor Weihnachten sollen die Kunden mithelfen: indem sie länger haltbare Lebensmittel an der Kasse kaufen und spenden können. Der Unterschied: Für die Spenden an der Kasse zahlt der Kunde, die anderen Spenden werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Bei Rewe können Kunden vor Weihnachten für fünf Euro eine Tüte mit haltbaren Lebensmitteln wie Reis, Nudeln und Zucker kaufen und an die Tafeln in Deutschland spenden. Die darin enthaltenen Produkte sind von der Rewe-Eigenmarke "Ja!". Mit anderen Worten: Die Supermarktkette stellt uns an der Kasse eine Infrastruktur zum Spenden zur Verfügung, entlässt uns aber auch nicht so richtig aus der Verantwortung.

Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin findet die Aktion des Unternehmens grundsätzlich gut. Denn es geht tatsächlich erst mal nicht darum, nur die eigene Marke zu verkaufen. Zumal die Kundenspende am Ende durch das Unternehmen noch ergänzt wird.

"Man nennt das Matching. Also das Unternehmen zahlt selbst ein nutzt aber die Hebelkraft der vielen Geschäfte, um an den Kassen noch zusätzlich Menschen anzusprechen."
Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen

Fünf Euro sei zwar kein kleiner Betrag, aber weil es so einfach ist zu spenden, würden so auch Menschen angesprochen, die sonst vielleicht nicht so regelmäßig was geben, sagt Burkhard Wilke. Im Fall von Rewe lobt Burkhard Wilke aber auch den Spendenempfänger.

"Der Bundesverband Deutsche Tafel ist eine sehr transparente und kompetente Organisation. Sie tragen seit vielen Jahren das DZI-Spendensiegel."
Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen

Spenden geht auch ohne Siegel

Natürlich gibt es auch noch viele andere Möglichkeiten zu spenden. Für Burkhard Wilke ist da das Spendensiegel des DZI nicht der einzige Anhaltspunkt. Er empfiehlt, sich zuallerst in der unmittelbaren Umgebung nach sozialen Initiativen umzusehen. Vor allem im Bereich der Flüchtlingshilfe, aber auch beim Engagement für sozial benachteiligte Menschen, könne man sich schnell und einfach mit Geld oder Zeit beteiligen.

"Wenn ich eine persönliche Vertrauensebene habe, dann brauche ich kein Spendensiegel."
Burkhard Wilke vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen

Das Spendensiegel versucht vor allem da Vertrauen zu schaffen, wo sich die Menschen eben nicht mehr selbst ein Bild davon machen können, was mit ihrem Geld passiert.