Leipzig-Fans wurden mit Steinen und Flaschen beworfen, teilweise sogar verprügelt. Für die Gewalt machen manche den Geschäftsführer des BVB verantwortlich. Der Verein will gegen die Ultras vorgehen.

Betroffene berichten, dass sie von Dortmunder Ultras am 4. Februar 2017 im Rahmen des Bundesligaspiels Dortmund gegen Leipzig mit Steinen und Flaschen beworfen und ganze Familien mit Kindern angepöbelt worden seien. Teilweise seien die Fans regelrecht verprügelt worden. Inzwischen wurden 28 Strafanzeigen gestellt, unter anderem wegen schwerer Körperverletzung.

Dass die Ausschreitungen am vergangenen Samstag deutlich über "normale" Fan-Rivalität hinausgingen, ist unstrittig. Es bleibt aber die Frage: Wer hat wann wie was versäumt?

"Das war ein Meer aus Hasssprüchen gegen RB Leipzig."
Philipp May, DRadio Wissen

Die Polizei spricht von 400 Dortmunder Ultras. "Es ist bekannt, dass es in Teilen der Dortmunder Fanszene ein Problem mit Gewalt gibt", sagt DRadio-Wissen-Reporter Philipp May. Der Verein Borussia Dortmund hat angekündigt, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten gegen diese gewaltbereiten Fans vorzugehen.

Die Polizei war anscheinend nicht optimal vorbereitet: Betroffene berichten davon, dass die Polizei oft am falschen Ort war und nicht einschreiten konnte. Außerdem waren es wohl zu wenig Einsatzkräfte.

Die Abneigung gegen RB Leipzig scheint sich aber nicht nur auf die Hooligans zu beschränken. Philipp May: "Die Südtribüne im Dortmunder Stadion war ein einziges Meer aus Hasssprüchen gegen Leipzig." So wurde zum Beispiel der Leipziger Sportdirektor Ralf Rangnick zum Suizid aufgefordert.

"Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen."

Und so ist man auch bei der Verantwortung von Borussia Dortmund selbst. In Person: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Ihm wird vorgeworfen, er habe die Eskalation angeheizt.

Übermittelt ist von ihm unter anderem folgendes Zitat: "Bei Rasenballsport Leipzig haben wir das erste Mal - auch im Gegenteil zu Hoffenheim oder Wolfsburg - den Fall, dass da nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen ist. Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen."

DRadio-Wissen-Reporter Philipp May findet, das ist eine moderate Kritik, die man äußern dürfen muss.

RB Leipzig fordert den "Aufstand der Anständigen" und ein rigoroses Vorgehen des BVB gegen Gewaltbereite.