Die Computerspielmesse E3 in Los Angeles ist das wichtigste Branchen-Ereignis. Also sind die Erwartungen an Neuheiten hoch,  die dort vorgestellt werden. Spiele-Experte Thomas Ruscher sagt uns, ob sie dieses Jahr erfüllt wurden.

Ein Highlight der E3 war für Thomas Ruscher der Moment, als die deutsche Spiele-Entwicklerin Cornelia Geppert ihr Spiel vorgestellt hat, auf der riesigen Micrososoft-Xbox-Bühne: "Da hat man nämlich sofort gemerkt: Sie ist kein abgebrühter Medien- und PR-Profi, sondern für sie ist das echt eine richtig fette Sache, auf der E3 ihr Spiel zeigen zu dürfen."

Graphik aus dem Spiel „Sea of Solitude“
© Jo-Mei
Graphik aus dem Spiel "Sea of Solitude" in Los Angeles vorgestellt von der Berliner Firma Jo-Mei.

In ihrem Spiel "Sea of Solitude", entwickelt von der Berliner Games-Schmiede Jo-Mei, geht es darum, dass Menschen aus Einsamkeit zu Monstern werden. Grafisch sieht das sehr liebevoll und originell gemacht aus, findet Thomas Ruscher. Für ihn eine besondere Überraschung, von denen es in diesem Jahr auf der E3 leider nicht viele gegeben habe.

"Bei allen präsentierten Spielen war schon irgendwie klar, dass sie kommen würden: fast alles Fortsetzungen von erfolgreichen alten Spielen."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova

Lauter Fortsetzungen, wenn auch mit neuen Features:

Was die Spielehersteller vorgestellt haben, hatten die Spieler schon lange auf dem Schirm:

  • ein neues "Assassins Creed", bei dem man sich durchs antike Griechenland kämpft
  • ein zweiter Teil des Survival-Horror-Spiels  "The Last of Us"
  •  "The Elder Scrolls 6" als Fortsetzung vo, Erfolgsspiel "The Elder Scrolls - Skyrim"
  • ein zweiter Teil zum Shooter "The Division"
  • die post-apokalyptische Fallout-Reihe bekommt einen weiteren Ableger

Enttäuscht ist Thomas trotzdem nicht. Er findet, viele der Spiele sehen extrem gut aus und lassen auch technisch viel erwarten. Dass keine Mega-Neuheiten dabei waren, überrascht ihn nicht, denn die aktuelle Konsolen-Generation ist jetzt ausgereizt. In zwei bis drei Jahren kommen wahrscheinlich die neue Playstation und die nächste Xbox auf den Markt. 

"Die Entwickler holen inzwischen das Beste heraus. Das ist allerdings auch teuer, da werden keine Experimente mehr gewagt.​ Überraschungen sparen sich die Entwickler jetzt für die nächste Konsolengeneration auf."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova
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Also setzen die Hersteller auf altbewährte Spielekost - und rennen den aktuellen Trends etwas hinterher. Das Genre "Battle Royale", wo man gegen 100 andere Spieler kämpft und der letzte Überlebende gewinnt, liegt in der Spiele-Branche etwa voll im Trend. Und entsprechend machen unzählige Spiele auf der E3 machen das selbe wie die Platzhirsche "Fortnite" und "Playerunknown's Battlegrounds": "Battlefield 5", die große Actionreihe, bekommt ein Battle-Royale-Modus. "Far Side" ist ein Battle-Royale-Spiel fürs Handy, "Mavericks: Proven Grounds" soll gleich 1000 Spieler in den Kampf schicken. Und so weiter und so weiter.

Alle setzen auf "Battle-Royal"

Überraschend konnte dann immerhin doch noch Nintendo: Der japanische Spieleriese hat zwar mit der "Fortnite: Battle Royale"-Variante für die Switch-Konsole auch nichts Neues gebracht, für PC und die Xbox gibt es das schon seit ein paar Monaten. Aber Nintendo hat den Trailer gezeigt und dann gesagt: Das könnt ihr ab sofort kostenlos herunterladen und direkt losspielen!

"Das ist ein ziemlicher cooler Zug, wo man bei den meisten Spielen auf der E3 ja noch bis nächstes oder übernächstes Jahr warten muss."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova

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