Eine 40 Zentimeter lange Schlange - auch das gehört zur Beute mancher Spinnen, deren Gift ausreicht, ein solch großes Tier zu betäuben. Auch Vögel und Fische sind vor Spinnen nicht immer sicher.

Die Spinnen, die wir hier aus Deutschland kennen, dürften sich größtenteils mit kleinen Insekten in ihren Fangnetzen begnügen. Aber auf der Welt gibt es ja noch viel größere Spinnen - und die brauchen auch größere Beute, wie Vögel, Schlangen oder Fische.

Forschende der Universität Federal de Santa Maria im Regenwald von Brasilien haben vor zwei Jahren eine rund neun Zentimeter große Vogelspinne beobachtet, die eine etwa 40 Zentimeter große Schlange gefressen hat.

"Offensichtlich war das Gift der Spinne stark genug, um so eine große Schlange zu erbeuten."
Mario Ludwig, Biologe

Ebenfalls ziemlich spektakulär ist ein Video, das Wissenschaftler und Wissenschaftlerin zusammengestellt haben, in dem zu sehen ist, wie eine tellergroße Vogelspinne bei Nacht ein zirka zwölf Zentimeter großes Mausopossum erlegt. Die Beobachtung im Dschungel von Peru letztes Jahr sei eine biologische Sensation, sagt Deutschlandfunk-Nova-Tierexperte Mario Ludwig.

Spinnen können auch kleine Vögel und Fledermäuse fressen

Mitunter stehen auch kleine Vögel und Fledermäuse auf dem Speiseplan von Spinnen - vor allem von Seidenspinnen. Sie sind in den Tropen und Subtropen zu Hause und bauen Netze mit einem Durchmesser von bis zu zwei Metern.

"Die Spinnfäden sind, bezogen auf ihr Gewicht, vier Mal stärker als Stahl, aber dehnbarer als Nylon. Das reicht, um einen kleinen Vogel oder um eine kleine Fledermaus festzuhalten."
Mario Ludwig, Biologe
Eine Seidenspinne im Netz.
Die Netze der Seidenspinne können bis zu zwei Metern Durchmesser haben.

Manche Spinnen fressen Fische

Ziemlich abgedreht sind auch Spinnen, die Fische fangen. Überall auf der Welt gibt es Spinnenarten, die schwimmen, tauchen oder auf der Wasseroberfläche laufen können. Diese Spinnenarten bauen keine Netze, sondern warten, bis ein Fisch vorbeigeschwommen kommt und beißen dann mit ihren Giftklauen kräftig zu.

Da das Gift dieser Arten sehr stark ist, können Sie auch Fische überwältigen, die viel größer sind als sie selbst. Meistens erlegen die Spinnen Fische, die zwischen zwei und sechs Zentimetern groß sind. Um sie zu fressen, schleppen sie sie an Land.

Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus), auf der Wasseroberfläche mit erbeutetem Stichling,
Eine Jagdspinne auf der Wasseroberfläche mit erbeutetem Stichling.

Dass die Fische an Land geschleppt werden, ist notwendig, sonst könnten die Spinnen ihre Beute nicht fressen. Spinnen haben nämlich eine sogenannte extraintestinale Verdauung:

Sie pumpen Verdauungsenzyme in ihr totes Opfer, und diese Enzyme verdauen dann das Opfer von innen." Die Spinnen können ihre Beute dann aufsaugen. Im Wasser würden diese Verdauungsenzyme zu stark verdünnt und damit wirkungslos werden.