Seit fast hundert Jahren versuchen Menschen, Tiere als Spione einzusetzen. Viele Erzählungen sind Mythen, einiges stimmt aber tatsächlich. Wie zum Beispiel das Spionage-Katzen-Projekt der CIA aus den 1960er Jahren.

Die Geschichte der tierischen Spione beginnt im ersten Weltkrieg. Damals hatten deutsche Militärs versucht, Brieftauben als Fernaufklärer zu benutzen. Sie sollten aus der Luft feindliche Stellungen auskundschaften. Dazu stattete man sie mit Kameras aus. Das Problem war aber: Die Fotos waren unscharf und durch die Weitwinkelobjektive ziemlich verzerrt. Später übernahmen dann Flugzeuge die Luftaufklärung.

Eichhörchen für den Mossad?

Rund um Spionage-Tiere gibt es viele Erzählungen, die man zumindest kritisch hinterfragen sollte. Die Geschichte zum Beispiel von den 14 festgenommenen Eichhörnchen im Iran. Das meldete die Nachrichtenagentur Irna 2007. Damals hieß es, die Eichhörnchen seien mit modernster westlicher Spionagetechnik ausgestattet gewesen und hätten für den Mossad "gearbeitet". In den letzten Jahren tauchen immer wieder Medienberichte über mit GPS- Geräten und anderem technischen Schnick-Schnack ausgerüstete Vögel aus Saudi Arabien, dem Sudan oder Ägypten auf. Da sollte man aber auch aufpassen.

"Da ist auch viel Paranoia im Spiel. Im Nachhinein hat sich oft rausgestellt, dass diese mit GPS ausgerüsteten Vögel an Studien über Vogelwanderung teilgenommen haben."
Tierexperte Mario Ludwig über tierische Spione

Wen es aber wirklich gegeben hat, ist die Spionage-Katze Acoustic Kitty. In den 1960er Jahren hatte die CIA für 23 Millionen Dollar eine Katze in einer einstündigen Operation mit Mikrofonen in den Ohren, einem Funksender im Schädel und einer Antenne im Schwanz ausgestattet. Damit wollten sie die "optimierte" Hauskatze schaffen.

Das Projekt war aber eine ziemliche Pleite. Die Katze sollte auf einem ihrer ersten Einsätze zwei Mitarbeiter der sowjetischen Botschaft belauschen. Dabei wurde sie von einem Taxi überfahren. Ob sie überlebt hat, oder dabei gestorben ist, darüber gibt es unterschiedliche Geschichten.

Die Cyper-Zukunft der Spionage-Tiere

Aktuell werden häufig Delfine und Seelöwen als Spione eingesetzt. Beides hochintelligente Tiere mit einem hervorragenden Ortungssinn. Die USA und Russland haben die Tiere in streng geheimen Trainingszentren in San Diego beziehungsweise in Sewastopol ausgebildet. Mit Kameras ausgerüstet sollen sie Informationen aus feindlichen Hafenbecken beschaffen. Das läuft aber schon seit den 1960ern so und ist inzwischen ziemlich oldschool. Die Zukunft der Tier-Spionage wird eine Kombination aus Tier und Technik. Die USA arbeiten am Cyborg-Hai.

"Das ist ziemlich gruselig. Da soll ein lebender Hai mit Hilfe eines Gehirnimplantats ferngesteuert werden."
Tierexperte Mario Ludwig über tierische Spione

Der Cyborg-Hai soll mit mit bestimmten Aufnahmegeräten ausgestattet werden und seine Sinneseindrücke auf der Suche nach feindlichen Kriegsschiffen weiterleiten. Auch in Japan wird am Spionage-Cyborg gearbeitet. Da untersuchen Forscher die Gehirne von Insekten und prüfen, inwiefern sie diese mit elektronischen Schaltungen versehen können. Die Spionage-Entwicklung peilt also lebende Roboter, oder, wenn man so will, steuerbare Zombies, an.

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