Bei den Olympischen Spielen geht es um Medaillen und um Weltrekorde: Allein bei den Schwimmern gab es einige neue. Wie lange soll das so weitergehen? Irgendwann hat der Mensch doch seine Leistungsgrenze erreicht. Wir reden mit Thomas Dold, Trainer von Anna und Lisa Hahner, die in Rio beim Marathon am Start sind.

Als Schwimmer bei Wettkämpfen noch besondere beschichtete Badeanzüge tragen durften, purzelte es plötzlich Weltrekorde. Seit sie das nicht mehr dürfen, schwimmen Stars wie Katinka Hosszu auf den 400 Meter Lagen immer noch Weltrekorde - allerdings nicht mehr ganz so häufig. Thomas Dold trainiert Anna und Lisa Hahner. Die deutschen Zwillinge starten in Rio beim Marathon. Thomas Dold ist selbst Extremsportler und ist Weltrekorde im Rückwärtslaufen gelaufen. Er weiß, dass jeder Rekord drei Gründe haben kann: einen materiellen, wie bei den Schwimmern, einen mentalen und einen physischen. Gerade mental sei bei vielen Sportlern noch längst nicht alles erreicht, sagt er. "Ganz viel findet im Kopf statt, das weiß jeder Freizeitsportler", sagt Thomas Dold. Manchmal reicht es schon, dass ein Sportler plötzlich einen Rekord knackt, der lange als unbezwingbar galt. Dann legen die anderen plötzlich nach. "Man hat es im Marathon gesehen. Als der erste Läufer die Zwei-Stunde-Fünf-Barriere durchbrochen hat, ging es für die anderen plötzlich viel leichter. Die Rekorde sind da viel schneller gepurzelt."

"Jeder Rekord hat eine physische und eine mentale Dimension. Da ist die mentale in der aktuellen Zeit eher auf dem Vormarsch."
Thomas Dold über die mentale Dimension von Rekorden

Rekorde sind trainierbar

Genau daran arbeitet Thomas Dold auch mit den Hahnertwins. Manchmal sei es aber auch Zufall, der plötzlich eine neue Trainingsmethode möglich macht. Das kann eine Verletzung sein, nach der eine Athletin nicht mehr laufen kann und dafür aufs Rad umsteigt. "Dann stellt sie fest, Radfahren ist total gut und ein paar Monate später läuft sie dann Bestzeit." Oft kommt es dabei auch auf den richtigen Zeitpunkt an. Am wichtigsten sei für ihn als Trainer das physische Training. Thomas Dold weiß aber auch, dass viele Sportler in dieser Hinsicht gut betreut sind und alle Möglichkeiten ausreizen.

Ist das der Fall, können Sportler und Trainer noch an anderen Schrauben drehen - zum Beispiel der Ernährung. "Gerade bei Sportarten im Ausdauerbereich kann man da schon viel machen - zum Beispiel beim Fettstoffwechsel." Auch das Material kann bei einigen Sportarten dazu beitragen, dass ein Sportler die entscheidenden ein oder zwei Sekunden schneller ist. Bei Läufern können die schon richtigen Sohlen zu einer Steigerung der Geschwindigkeit beitragen.