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Der Sportartikelhersteller Nike wirbt in einer Kampagne damit, dass Menschen, die ihre Tage haben, ihr Training den Zyklusphasen anpassen sollten. Das kann helfen, muss aber nicht auf alle Menschen zutreffen, sagt Gynäkologin Maggie Banys Paluchowsky.

Manchmal gibt es einfach diese Tage, an denen man sich fest vorgenommen hat, Sport zu machen und dann sitzt man auf der Matte und fühlt sich plötzlich einfach nur schlapp und ohne Energie. Das kann ein Zeichen dafür sein, dass man kurz vor der Periode steht.

Den Sportplan nach dem Zyklus auszurichten, empfiehlt jetzt eine Kampagne des Sportartikelherstellers Nike. Die Gynäkologin Maggie Banys Paluchowsky sagt dazu: Den Zyklus beim Sport im Auge zu behalten, kann nie schaden – auch, wenn jeder Mensch individuell nochmal ganz unterschiedliche körperliche Reaktionen auf den Zyklus zeigen kann.

Energiehöchststand: beim Eisprung

Der Zyklus ist im Prinzip in zwei Phasen aufgeteilt. Die Follikelphase ist die Phase vor und die Lutealphase ist die Phase nach dem Eisprung. Die Follikelphase beginnt mit dem ersten Tag der Periode. Während dieser Phase steigt das Hormon-Level langsam an und im Eierstock entwickeln sich kleine Bläschen, die Follikel. In einem der Follikel wächst dann die Eizelle.

Auch, wenn viele Menschen in dieser Zeit Beschwerden haben, ist das Energielevel in dieser Phase tendenziell höher. Beim Eisprung, meistens zwischen dem Tag elf und 14 des Zyklus, ist man auf dem Energiehöchststand.

"Im Prinzip kann man in der ersten Zyklusphase richtig ballern, spätestens, wenn die Periodenkrämpfe rum sind."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Deshalb empfiehlt es sich, die intensiveren und anstrengenderen Workouts wie Intervall- oder Krafttraining in die erste Phase zu legen.

Zweite Phase: eher langsam angehen

In der Lutealphase, der zweiten Phase des Zyklus, bereitet sich der Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Deshalb steigt hier das Level von Progesteron. Das ist ein weibliches Hormon, das dazu führt, dass die Schleimhaut in der Gebärmutter wächst, um Platz für eine Eizelle zu machen, erklärt Maggie Banys Paluchowsky.

In dieser Phase, also der Zeit vor der Periode und nach dem Eisprung, ist das Energielevel tendenziell eher niedrig und wird oft von prämenstruellen Beschwerden begleitet. Diese können sich auf die Stimmung auswirken, aber auch auf den Körper, wie zum Beispiel in Form von Spannungsschmerzen in der Brust. Leichtere Yogaeinheiten oder entspannte Laufrunden bieten sich hier an, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer.

"In der zweiten Zyklus-Phase nach dem Eisprung eignen sich dann vielleicht eher entspannte Workouts. Yoga, Pilates oder einfach nicht volles Tempo direkt losrennen beim Joggen, sondern eher eine entspannte Runde machen."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Gynäkologin Maggie Banys Paluchowsky sagt aber auch, dass manche Menschen nicht so große Unterschiede spüren und ein Intervalltraining genauso gut und energiegeladen absolvieren können.

Während der Periode: leichte Bewegung

Während der Periode kann ein bisschen Sport auch nie schaden. Spaziergänge oder Dehungsübungen bieten sich besonders an, wenn man sich sonst nicht so gut fühlt. Das helfe zudem auch gegen Unterbauch-Beschwerden während der Periode, sagt Maggie Banys Paluchowsky.

"Insgesamt ist die Bewegung und Sport in der Zeit während der Periode ganz gut. Das muss vielleicht nicht unbedingt Krafttraining sein, aber ein Spaziergang oder Dehnungsübungen, das kann sehr gut helfen."
Maggie Banys Paluchowsky, Gynäkologin