Kurz vor der Fußball-WM 2010 in Südafrika hat die Wettmafia Freundschaftsspiele manipuliert. Und zwar indem sie Schiedsrichter gekauft hat. Davon betroffen waren vor allem Spiele des südafrikanischen Teams.

Die Wettmafia hatte sich ganz gezielt Freundschaftsspiele vor der WM rausgepickt, weil die Teams da nicht ganz so genau hinschauen. Dann wurden ganz gezielt Schiedsrichter angeworben, die für das gewünschte Ergebnis gesorgt haben. "Ein Schiedsrichter aus Niger stand sogar auf der Payroll der Wettmafia", erklärt Philipp May. Der sei vor allem bei Spielen der südafrikanischen Mannschaft zum Einsatz gekommen. "Das wirft ein ganz schlechtes Licht auf den südafrikanischen Verband, der muss nämlich bei solchen Spielen den Schiedsrichter stellen."

"Dafür ist kein einziger Mensch sanktioniert worden. Was sagt das über die Fifa aus, dass das jetzt erst über die Medien rauskommt?"
Philipp May, Deutschlandradio-Sportredaktion

Die Gefahr, dass auch bei der WM in Brasilien manipuliert wir, sei sehr groß, sagt Phillipp May. Das liege vor allem daran, dass bei der WM viel mehr gewettet wird, als bei anderen Turnieren. "Und da möchte die Wettmafia natürlich ihren Schnitt machen."

Davon betroffen sind vor allem Teams und Spieler aus Entwicklungsländern. Diese Teams bekommen von der Fifa hohe Prämienzahlungen, dafür dass sie überhaupt bei der WM auflaufen. Doch leider wird dieses Geld nicht immer an die Spieler weitergeleitet, sondern landet häufig in den Taschen der Funktionäre.

"Und wenn man kein Geld sieht für irgendetwas, was man leistet, dann wird man schneller korrupt. Auch als Fußballer."
Philipp May, Deutschlandradio-Sportredaktion

Katar bezahlte für die WM 2022

Ein weiterer Skandal ist die WM-Vergabe an Katar: Über den Fußballfunktionär Mohammed Bin Hammam soll Katar rund fünf Millionen Dollar an Bestechungsgeldern hin und hergeschoben haben, um die Fußball-WM in das eigene Land zu holen. "Das hat man sich schon lange gedacht, jetzt ist es halt rausgekommen, sagt Philipp May. Der Fifa-Sonderermittler Michael Garcia soll diese Informationen an die britische Sunday Times weitergegeben haben. Wahrscheinlich um Druck auf die Fifa aufzubauen.

Sepp Blatter - der Saubermann

Philipp May glaubt, dass die WM 2022 durchaus neu vergeben werden könnte. Sepp Blatter habe daran ein großes Interesse. So könne er sich als Saubermann präsentieren, der die Fifa reformieren will, sagt Philipp May. Auch Theo Zwanziger, Exekutivmitglied bei der Fifa, hat schon ganz klar gesagt, dass die WM 2022 neu vergeben werden soll, wenn sich diese Vorwürfe erhärten.

"Wenn ich wetten müsste, dann würde ich sagen, dass die WM 2022 neu vergeben wird."
Philipp May, Deutschlandradio-Sportredaktion