"Können Sie das bitte nochmal sagen? Ich verstehe Sie durch die Maske kaum." Klassische Situation beim Einkaufen oder im Bus. Aber es gibt ganz einfache Sprechübungen, die helfen, trotz Maske deutlich, laut und damit verständlicher zu reden.

Dass wir uns gegenseitig mit den Alltagsmasken nicht ganz so gut verstehen können, liegt nicht nur daran, dass die Maske je nach Dicke viel Schall schluckt, sondern auch optische Informationen wegnimmt. Wenn die Lippenbewegungen nicht mehr zu sehen sind, fällt das Verstehen schon deutlich schwerer. Deshalb kommt es beim Sprechen mit der Maske neben den klanglichen auch auf die optischen Aspekte an.

Augenkontakt und aufrechte Haltung

Der Augenkontakt ist beispielsweise sehr wichtig. Möchten wir eine bestimmte Person ansprechen, ist es immer wichtig, dies auch mit den Augen zu signalisieren. Unterstützt werden kann diese Kontaktaufnahme durch eine aufrechte Haltung und damit Spannung im Körper, denn damit wirkt man auch auf das Gegenüber präsenter.

Die aufrechte Haltung hat gleichzeitig einen positiven Nebeneffekt auf den Klang der Stimme: Sitzen oder stehen wir aufrecht, dann wird unsere Stimme auch von unserem Körper mitgetragen, er dient sozusagen als unser Klangkörper. Eine aufrechte Körperhaltung kann das Volumen unserer Stimme also vergrößern. Zusätzlich hilft die Vorstellung, dass die Person, die wir ansprechen wollen, nicht zwei, sondern vier Meter von uns entfernt steht, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Dominik Peters.

"Eine präsente Körperspannung ist wichtig. Sprich: Aufrecht sitzen beziehungsweise stehen. Dann kriegt die Stimme mehr Volumen."
Dominik Peters, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Hellerer Stimmklang, bessere Verständlichkeit

Etwas schwieriger im Alltag umzusetzen ist das deutlichere und hellere Sprechen. Aber nur ein paar Minuten täglicher Übung vor dem Spiegel können dabei schon helfen. Susanne Haeberlein, Sprechtrainerin aus Köln, empfiehlt hier beispielsweise eine Kauübung: Dabei liegen die Lippen locker aufeinander und man führt mit einem M-Laut große, genussvolle Kaubewegungen durch als würde man gerade sein Lieblingsessen verspeisen. Dabei verändert man abwechselnd die Tonhöhe. So kann man die Stimme auch bewusst in die oberen Bereiche bringen, sie ölen und elastischer machen, erklärt die Sprechtrainerin.

"Um die Stimme heller zu bekommen, kann man zum Beispiel eine sehr schöne Kauübung machen. Das ist wie Stimme ölen und die Stimmbänder nach oben hin elastisch machen."
Susanne Haeberlein, Sprechtrainerin

Außerdem hilft es, die Lippen unter der Maske noch etwas weiter nach vorne zu holen, indem man sie beim Sprechen bewusst sehr stark nach vorne hin formt und zuspitzt. Stichwort: Kussmund. Denn das zieht den Stimmklang nach vorne und die töne bleiben nicht im Hals stecken.

Um das zu üben, gibt eine kleine Zungenbrecherübung. Dabei spricht man abwechselnd die Worte: Schleimschlüssel, Schlüsselblume, Schlüsselblume, Schleimschüssel. Dabei sollten die Lippen die ganze Zeit wie ein Rüssel nach vorne geformt werden.

Mund auf beim Sprechen!

Beim verständlichen Reden spielt auch der Kiefer eine große Rolle. Viele von uns hätten sich angewöhnt, die Zähne beim Sprechen gar nicht mehr auseinanderzubringen, sagt Susanne Haberlein. Eine Übung hierfür ist, einen Satz mit ganzen vielen Wörtern, die mit a beginnen, zu sprechen und sich währenddessen im Spiegel zu kontrollieren, ob der Kiefer auch wirklich auseinandergeht. Denn oft fühle es sich nach mehr an, als es eigentlich ist.

Ein Beispiel für einen Übungssatz: Arme alte Affen aßen Ananas auf Asphaltstraßen.