Sri Lanka leidet unter einer massiven Wirtschaftskrise. Aus diesem Grund protestieren die Bürgerinnen und Bürger schon seit mehreren Monaten gegen die Regierung. Präsident Gotabaya Rajapaksa hat angekündigt zurückzutreten.

50 Milliarden Dollar Auslandsschulden – und dadurch auch kein Geld, um wichtige Dinge zu importieren, das ist der Grund für die schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten in Sri Lanka.

"Wenn man den ganzen Luxus hier sieht, ist doch klar, dass er keine Zeit hatte, das Land zu regieren. Schauen sie sich den Palast doch an."
Demonstrant in Sri Lanka über den Präsidentenpalast

Durch das fehlende Geld für Importe mangelt es den Menschen in Sri Lanka an wichtigen Dingen wie Treibstoff, Medikamenten, aber auch Lebensmitteln.

Die Bevölkerung macht die Regierung und Präsident Gotabaya Rajapaksa für die Krise verantwortlich. Die Menschen im Land werfen der Regierung vor, sich persönlich zu bereichern, aber nicht für sie zu sorgen. Aus diesem Grund wird schon seit mehreren Monaten demonstriert. Zuletzt stürmte die Bevölkerung den luxuriösen Präsidentenpalast. Bilder von Demonstranten, die im Präsidentenpool schwimmen, sind um die Welt gegangen.

Präsident auf der Flucht

Bevor der Palast des Präsidenten gestürmt wurde, ist Gotabaya Rajapaksa aus der Hauptstadt Colombo geflohen und versteckt sich seitdem. Aus seinem Versteck heraus hat er angekündigt zurückzutreten. Vorher hatte er aber noch versucht, außer Landes zu kommen.

"Er ist heute Nacht mit einer Militärmaschine auf die Malediven geflogen, zusammen mit seiner Frau und einem Personenschützer."
Meike Glass über die Flucht von Gotabaya Rajapaksa

Ein erster Versuch, nach Dubai zu entkommen, scheiterte. Mittlerweile gibt es Meldungen, nach denen sich Gotabaya Rajapaksa mit seiner Frau auf den Malediven aufhalten soll. Die Flucht musste schnell vonstattengehen, weil er als amtierender Präsident noch Immunität besitzt. Nachdem er offiziell zurückgetreten ist, kann er wieder strafrechtlich verfolgt werden.

Zukunft von Sri Lanka

In Sri Lanka ist es jetzt am Wichtigsten, eine neue Regierung einzusetzen. Die Oppositionsparteien wollen eine Einheitsregierung bilden, also: Alle Parteien in der Opposition sollen übergangsmäßig zusammen regieren. Medienberichten zufolge haben sie sich aber noch nicht drauf einigen können, wer welchen Posten übernimmt.

Sollte der Premierminister nicht ebenfalls zurücktreten, haben die Demonstrierenden schon mit weiteren landesweiten Streiks gedroht. Egal, ob bis dahin eine neue Regierung steht oder nicht.

Klar ist: Ein neuer Präsident soll in knapp einer Woche vom Parlament gewählt werden. Um bis dahin finanziell abgesichert zu sein, hat das Land den Internationalen Währungsfonds sowie China, Indien und Russland um Hilfe gebeten.