"Terrorgefahr" und Wahrung der "territorialen Einheit der Ukraine" - der ukrainische Interimspräsident Alexander Turtschinow hat den Befehl für einen Spezialeinsatz unterzeichnet.

Die Ansage war klar: Die pro-westliche Regierung in Kiew hatte die Aktivisten aufgefordert, die besetzten Verwaltungsgebäude in der Ost-Ukraine bis Montagmorgen zu räumen und die Waffen niederzulegen. Die pro-russischen Separatisten ignorierten das Ultimatum allerdings. Korrespondent Bernd Großheim ist zurzeit in Donezk. Vor Ort seien noch keine Reaktionen zu bemerken, sagt er.

"Ich denke, der Befehl für den Spezialeinsatz ist so eine Art Drohung gewesen. Die Armee sei einsatzbereit, hat der Verteidigungsminister gesagt. Russische Medien berichten von ukrainischen Panzern, die aufgefahren seien, belegen das aber mit uralten Bildern aus dem Internet."
Korrespondent Bernd Großheim, zur Zeit in Donezk

Die Lage in Donezk sei zu großen Teilen ruhig. Die Leute gingen zur Arbeit, wie in jeder anderen Stadt auch. Anders - nämlich äußerst kritisch - sei die Situation allerdings rund um das Gebäude der Bezirksverwaltung, so Großheim.

"Ich war dort gestern drin: Die Leute sehen sehr entschlossen aus, sie sind mit Baseballschlägern, Eisenstangen und Pistolen bewaffnet."
Korrespondent Bernd Großheim, zur Zeit in Donezk

Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sind nach Kreml-Angaben zahlreiche Hilferufe aus der Ostukraine übermittelt worden. Putin verfolge die Entwicklungen im Nachbarland "mit großer Sorge", so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Wiederholen sich die Ereignisse?

Der Westen verdächtigt Russland, ähnlich wie auf der Krim, jetzt im Osten der Ukraine mit Sicherheitskräften zu intervenieren, um eine Abspaltung der Region vorzubereiten. Auch die deutsche Bundesregierung äußerte sich besorgt über eine mögliche Unterstützung der Milizen durch Moskau.