Facebook hat ein neues Patent eingereicht: Mit Hilfe von Bewegungsdaten und Vorhersage-Algorithmen soll der zukünftige Aufenthaltsort von Nutzern bestimmt werden.

Das Nachrichtenportal Buzzfeed hat eine Patentschrift von Facebook entdeckt. Daraus geht hervor, dass Facebook ein Tool entwickelt hat, um Standorte von Nutzern vorherzusagen. Das heißt, das Social Network berechnet die Wahrscheinlichkeit, an welchem Ort wir uns als nächstes befinden werden.

Funktionieren soll das über zwei Wege. Zum einen liest Facebook einfach die bisherigen Bewegungsdaten aus, die durch unsere Standortdaten getrackt werden können. Wenn wir also nach dem Fitness-Studio immer in ein bestimmtes Café oder Restaurant gehen, dann ist das ein berechenbares Verhaltensmuster.

Wenn wir jetzt beim nächsten Mal aus dem Studio rausschlendern, sieht die App unseren Standort und weiß sozusagen wohin wir gehen, bevor wir da sind.

"Es geht insgesamt auch darum, immer mehr über dich zu erfahren, damit du Facebook immer toller und nützlicher findest."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Aber das ist nicht die einzige Idee, die hinter dem Facebook-Patent steckt. In einem zweiten Teil will Facebook auch aufgrund der "Daten der anderen" zukünftige Ziele vorausberechnen können. Dafür macht sich Facebook die Signale von Wifi, Bluetooth und Nahfeldkommunikation (NFC) zunutze.

Anhand dieser Daten liest Facebook aus, was die Menschen um uns herum so machen. Vor allem Menschen mit ähnlichen Profilen, also mit ähnlichem Alter und ähnlichen Eigenschaften.

Standortdaten erlauben Facebook, passgenaue Werbung auszuspielen

Gehen zum Beispiel viele Menschen in unserer Stadt nach dem Kino in ein bestimmtes Restaurant, rechnet Facebook damit, dass wir auch da hin wollen könnten. Und dann bekommen wir in unseren Newsfeed vielleicht eine Werbeanzeige gespielt, die uns dieses Restaurant anpreist just in dem Moment, in dem wir aus dem Kino kommen.

Noch setzt Facebook das Patent nicht in die Praxis um. Aber es zeigt, was das Unternehmen plant und auch umsetzen könnte. Wer nicht ständig getrackt werden möchte, sollte Facebook und anderen Apps den Zugriff auf die Standortdaten grundsätzlich verweigern.

"Wer ganz sichergehen will, sollte Facebooks mobile Schnüffel-App komplett vom Handy schmeißen und Facebook lieber im Browser aufrufen."
Netzreporterin Martina Schulte

Auch Google hat Interesse an unseren Standortdaten. Und selbst, wenn wir sie deaktivieren, greift Google weiterhin auf sie zu. Auch bezogen auf Facebook empfiehlt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte zur Achtsamkeit: "Am besten die Facebook-App deinstallieren und Facebook nur noch im Browser aufrufen."

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