Der achte Star-Wars-Film ist ein Kassenschlager. Aber nicht alle Fans lieben ihn. Nun sollen Anhänger einer ultrarechten Bewegung Filmportale manipuliert haben. Die Folge: die schlechteste Bewertung aller Zeiten.

Wenn es nach den Einspielergebnissen geht, dann läuft alles super bei "The Last Jedi", dem neuesten Film aus der Star-Wars-Reihe. Auch die Filmkritiker freuten sich. Superfans mosern zwar über Plot und die Entwicklung von Luke Skywalker, aber von einem Reinfall konnte bisher keine Rede sein. Anders verhält sich das auf dem Filmportal "Rotten Tomatoes".

Hier schneidet der Blockbuster denkbar schlecht ab (Stand: 28.12.2017). Mittlerweile finden lediglich 51 Prozent den Film gut. Das ist die mieseste Wertung überhaupt für einen Star-Wars-Film.

Zu viele Frauen

Die Huffington Post berichtet nun, dass hinter der schlechten Bewertung bei Rotten Tomatoes eine Fangruppierungs namens "Down with Disney's Treatment of Franchises and their Fanboys" steckt. Sie habe mithilfe von Bots eine Flut von schlechten Bewertungen erstellt. In dem Beitrag in der Huffington Post kommt auch ein angebliches Mitglied der Gruppe zu Wort. Er sagt, er sei Anhänger der Alt-Right-Bewegung, eine Gruppierung von Ultrarechten aus den USA. 

Das Motiv für die Aktion skizziert er so: Es gebe zunehmend weibliche Charaktere in Star Wars. Außerdem befürchte er, dass Luke Skywalker "homosexuell gemacht" werden könnte.

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Neben der Huffington Post stellen noch andere Medien diesen Zusammenhang von schlechter Bewertung und ultrarechter Bewegung her. Auch die Vanity Fair vermutet einen Backlash gegen den Film aus Netzkreisen, die zu Symphatisanten von US-Präsident Trump gehören, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte.

Die Gamingseite Polygon berichtet etwa über Wertungsmanipulationen durch Bots, die vom vom 4Chan-Forum "Politically Incorrect" durchgeführt wurden.

Woher die Bewertungen wirklich stammen, lässt sich letztlich nur durch Bot-Forensiker und einer speziellen Software bestimmen. Unwahrscheinlich ist eine solche Einflussnahme jedoch nicht. Denn es ist nicht das erste Mal, dass eine Kampagne aus rechten Kreisen gegen Filme, Bücher oder Prominente gefahren wurde.

"Michael Burnham, die schwarze Heldin der neuen 'Star Trek'-Serie 'Discovery', war im Netz von rechten Chauvis angefeindet worden. Das ist der neue Kulturkampf, der gerade im Netz immer lauter und heftiger geführt wird. "
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova