Die Mondmission Artemis soll ohne menschliche Besatzung starten. Mit an Bord der Rakete Space Launch System (SLS) sind stattdessen drei Puppen.

Die erste Nasa-Mondmission seit 50 Jahren ist nicht nur eine emotionale Angelegenheit, sie könnte der Startschuss für die weitere Erkundung des Weltalls sein. Irgendwann möchte die US-amerikanische Raumfahrtbehörde eine Raumstation in der Nähe des Mondes errichten.

Der Grund: So sollen Raumfahrende in Zukunft leichter auf die Oberfläche des Mondes kommen und von dort aus auch zum Mars fliegen, sagt der ARD-Korrespondent in Washington Florian Mayer.

Außerdem erhoffen sich Nasa-Mitarbeitende neue Aufschlüsse zur Entstehung des Mondes, da die Reise auch zu den Polen des Himmelskörpers geht. Dort werden Eis und andere Mineralien vermutet.

Der deutsche Astronaut und Geophysiker Alexander Gerst hält sich gerade am US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida auf. Er ist gespannt auf die Ergebnisse der Reise der drei Raumfahrtpuppen.

"Keiner weiß eigentlich so genau, woher der Mond kommt. Das kann ein Zwilling der Erde sein."
Alexander Gerst, deutscher Geophysiker und Astronaut

Auswirkungen auf Menschen messen

Die Puppen Captain Moonikon Campos, Helga und Zohar reisen übrigens nicht aus ästhetischen Gründen mit der Rakete zum Mond. Die drei Dummies machen Messungen, die für kommende Missionen mit menschlicher Besatzung wichtig sind.

Captain Moonikon Campos soll zum Beispiel messen, wie stark sich ein Raketenstart auf Menschen auswirken könnte.

Auf dem In­ter­na­tio­nal Astro­nau­ti­cal Con­gress 2019 in Wa­shing­ton D.C. prä­sen­tier­te das DLR auch die bei­den Phan­to­me des For­schungs­pro­jekt MA­RE.
© DLR
So sehen die Dummies Helga und Zohar aus, die Strahlenbelastung auf den weiblichen Organismus bei der Nasa-Mission Artemis I messen sollen.

Zohar und Helga sollen herausfinden, wie sich die Weltraum-Strahlung auf Astronautinnen auswirkt. Denn auf Frauen hat sie einen anderen Einfluss als auf Männer. Für den Versuch trägt die eine Puppe eine Weste, die andere nicht.

Durch eine Messung wollen die Weltraum-Forschenden mögliche Schlüsse ziehen, wie sich Astronautinnen besser vor der Weltraum-Strahlung schützen können. Außerdem wird gemessen, wie sich so eine 42 Tage lange Reise auf den menschlichen Körper auswirken kann.

"Die Kapsel kommt mit 40.000 Stundenkilometern zurück in die Erdatmosphäre und wird dabei bis zu 2.700 Grad heiß."
Florian Mayer, ARD-Korrespondent in den USA

Die Europäische Raumfahrtbehörde Esa ist an der Mond-Mission beteiligt. Sie hat das Lebenserhaltungsmodul für die Kapsel Orion designt.