Wer seine eigene Firma gründen will, ein Start-up mit viel Potential das nächste Facebook zu werden, muss ein paar Tipps berücksichtigen. Und ohne Kohle vom Investor geht sowieso nichts.

Mehr als 500 Gründer sind von den Kapital-Firma "First Round" befragt worden, was alles nötig ist, um ein erfolgreiches Start-up zu gründen. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Wer seine Firma auf den Weg bringen will, muss vor allem einen richtig langen Atem haben. "Wer Geld haben will von einem Investor, der muss im Schnitt 11 bis 20 Mal das eigene Geschäftsmodell erläutern", fasst Deutschlandfunk-Nova-Reporter Konstantin Köhler zusammen.

Das heißt: Ihr müsst mindestens 11 Mal bei reichen Business-Menschen sitzen, euer Geschäftsmodell erläutern, Überzeugungsarbeit leisten und erklären, warum gerade ihr so viel Geld für euer Projekt braucht. Jedes siebte Unternehmen musste das sogar mehr als 30 Mal machen, bis es das nötige Kleingeld beisammen hatte.

"Das Problem, was die Start-up-Gründer am häufigsten genannt haben: Gutes Personal finden."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Dann braucht ihr Beziehungen. Ohne fleißiges Netzwerken geht es nicht, ihr müsst Kunden finden, natürlich, aber auch gute Mitarbeiter. "Man muss dazu sagen, dass sich die Umfrage stark auf die USA bezieht", sagt Konstantin Köhler, "aber ich gehe mal davon aus, dass das auf Deutschland transferierbar ist". Den Fachkräftemangel gibt es schließlich auch bei uns.

Die besten Themen für Start-ups

Ihr zuckt jetzt vielleicht mit den Schultern und denkt euch, dass das ziemlich klar ist: Start-ups brauchen Geld, Mitarbeiter, Kunden. Am wichtigsten aber ist die Idee, mit der ihr überhaupt loslegen wollt. Das Geschäftsmodell "Eine neue Suchmaschine" oder "Ein neuer Kurznachrichtendienst" wird euch wahrscheinlich keinen einzigen Cent einbringen. Und auch andere Themen sind gar nicht so vielversprechend, wie es auf den ersten Blick scheint.

Laut Umfrage sind folgende Bereiche überschätzt:

  • Virtual und Augmented Reality
  • Bots zur Kommunikation, Chat-Bots zum Beispiel
  • Wearables: Uhren, Brillen und ähnliche Gadgets

Auf der anderen Seite gibt es Themen, die die befragten Gründer als unterschätzt bewerten - und wo es mit guten Ideen und Know How noch einen riesigen Markt geben könnte.

Folgende Bereiche haben Potential:

  • Landwirtschafts-Technik vom selbstfahrenden Traktor bis zu Apps und Software
  • Biowissenschaften, also zum Beispiel künstliches Biomaterial
  • Sicherheit im Sinne von Sicherheits-Technik, Schließanlagen, Überwachung

Mit diesen Themen könntet ihr Investoren noch richtig begeistern.

Und wo soll das Start-up hin?

Wo ihr dann gründen wollt, ist eigentlich gar nicht so entscheidend, wenn ihr in Deutschland bleiben wollt. Die Großstädte präsentieren sich alle als selbst ernannte Start-up-Hochburgen, und inzwischen bringen sich auch kleinere Städte ins Spiel. "Da muss man sehr genau gucken, wo man zum Beispiel welche Förderungen und Räumlichkeiten bekommen kann", sagt Konstantin Köhler. Wichtig sei auch, wo es welche Mitarbeiter gibt, wenn zum Beispiel eine besondere Hochschule in der Nähe ist.

"Wer gleich international denkt: USA oder China. Beim Thema High-tech und Start-up muss man die beiden Länder inzwischen gleichberechtigt nennen."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

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