Polo ohne Pferd. Zumindest ohne echtes. Steckenpferdpolo ist anstrengend und tierfreundlich. Wer nicht galoppiert, wird bestraft.

Cricketschläger in die Hand, Steckenpferd zwischen die Beine und losgaloppieren. So geht Steckenpferdpolo. Klingt nach Quatsch. "Ist aber anstrengend", sagt Kim Schewe, der die Sportart vor fast 20 Jahren mit ein paar Freunden erfunden hat.

Muskel anspannen, Knie schonen

Gespielt wird auf Rasen in Teams von fünf oder sechs Spielern. Geschlecht und Alter egal. Unterteilt ist ein Match in sechs Sechstel á sechs Minuten. Gekickt wird ein großer Softball, und mit dem "Polo Go"-Ruf starten die Mannschaften ihren Angriff aufs Tor. Da es dabei schon mal etwas härter zugehen kann, empfiehlt Kim Schewe Knieschoner.

"Du darfst nicht rennen oder laufen, wie du es sonst gewohnt bis, du musst galoppieren."
Kim Schewe spielt Steckenpferdpolo

Einen Schiedsrichter gibt es auch. Er achtet penibel darauf, dass niemand einfach über das Spielfeld rennt, sondern brav galoppiert. Er kontrolliert außerdem, dass das Pferdchen zwischen den Beinen bleibt und niemand foult.

Die Strafen, die der Schiri  verteilt, sind nicht so dramatisch: Wer vergisst, zu galoppieren, muss einen Straf-Sherry trinken. Alternativ gibt es einen Brottrunk ohne Alkohol.

Ach, wer braucht schon Golf!

Steckenpferdpolo ausgedacht hat sich Kim 1998 mit seine Studi-Freunden - schon weit vor dem heutigen Hobby-Horsing-Trend und als Gegenbewegung zum Golf-Hype zu der Zeit.

"Wir haben nur noch Leute getroffen, die Golf gespielt haben und haben immer gesagt: 'Ach was Golf! Wir spielen Polo!'" Irgendwann kam dann der Punkt, wo die Freunde liefern mussten. Und da Pferde nicht im Budget waren, wurden es eben Steckenpferde.

"Ich habe ein Hightechteil, das am linken Ohr wiehert und am rechten Ohr Galoppgeräusche macht und außerdem mit einer Sonnenbrille ausgestattet ist."
Kim Schewe spielt Steckenpferdpolo

Und schon mit dem ersten Spiel wurde Sportgeschichte geschrieben - zumindest in Mannheim, wo die Steckenpferdtruppe studiert hat. Hundert Schaulustige hatten sich versammelt, ziemlich fassungslos, aber irgendwie auch begeistert. 

Mittlerweile findet jedes Jahr ein großes Turnier mit zehn bis zwanzig Teams in Mannheim, Düsseldorf oder anderswo statt. "Wir sind eine kleine Community", sagt Kim. Alle, die mitmachen wollen, sind herzlich willkommen. Mitbringen müssen die Spieler im Prinzip nichts, sagt Kim: 

"So ernst nehmen wir das nicht, aber ein gewisse Grundkondition wäre wichtig."
Kim Schewe hat mit Freunden Steckenpferdpolo erfunden

Voraussetzungen: Lust, Cricketschläger und ein Steckenpferd entweder Marke Eigenbau oder aus dem Spielzeughandel. Auf einem echten Pferd hat Kim übrigens noch nie gesessen. Warum auch? "Das Steckenpferd gehorcht mir doch aufs Wort."

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