Das Netz ist voll mit Stellenausschreibungen. Meist sind sie nach einem bestimmten Muster formuliert. Wir geben euch ein paar Tipps an die Hand, wie ihr erkennen könnt, ob eine Stelle zu euch passt oder nicht.

Nicole Vanessa Schulte ist Bewerbungscoach und Expertin für berufliche Neuausrichtung, sie erklärt, was eine gute Stellenausschreibung enthalten sollte: Eine Kurzbeschreibung des Unternehmens, die genaue Beschreibung der freien Position – sowohl die Tätigkeiten als auch das Anforderungsprofil sollten aufgelistet werden. "Und der ebenso spannende Teil ist: Was hat das Unternehmen im Gegenzug für diese Position zu bieten", sagt die Expertin. Aus der Anzeige sollte außerdem klar werden, ob die Stelle befristet oder unbefristet ist und ab wann der ausgeschriebene Job starten soll.

"Eine gut gemachte Stellenausschreibung sollte sehr präzise, konkret und auf den Punkt sein."
Nicole Vanessa Schulte, Bewerbungscoach und Expertin für berufliche Neuausrichtung
Soziale Berufe werden häufig befristet ausgeschrieben, genauso Stellen im Bereich der Wissenschaft an Unis und Hochschulen. Und auch im Medienbereich werden viele Stellen angeboten, deren Vertrag nach ein paar Jahren wieder ausläuft. In anderen Bereichen hingegen, – etwa in den Ingenieurwissenschaften oder in mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufen, – gebe es eher unbefristete Stellen, sagt Nicole Vanessa Schulte.

Auch das Bauchgefühl sollte gehört werden

Es gebe Ausschreibungen, in denen eigentlich drei verschiedene Positionen zu einer einzigen Stelle gemacht würden, erklärt die Expertin für berufliche Neuausrichtung: "Und wenn ich das lese als Jobsuchende, dann frage ich mich tatsächlich: 'Weiß das Unternehmen tatsächlich, wonach es sucht?'". Stellenanzeigen, die nicht konkret und auf den Punkt formuliert sind, könnten ein Zeichen dafür sein, dass das Unternehmen selber nicht genau weiß, was es von einer neuen Mitarbeiterin oder einem neuen Mitarbeiter erwartet. Im Fall, dass wir den Job bekommen, könnte sich das dann in Form einer schlechten Einarbeitung fortführen – und von Anfang an Probleme bringen.
"Es gibt die klassische ausgeschriebene 'Eierlegende Wollmilchsau'."
Nicole Vanessa Schulte, Bewerbungscoach und Expertin für berufliche Neuausrichtung
Viele Unternehmen verstehen Stellenausschreibungen als Marketing-Tool. Nicole Vanessa Schulte rät deswegen, dass Jobsuchende sich sehr genau durchlesen, was und wie dort formuliert wird. "Das heißt, die Art und Weise, wie diese Stelle ausgeschrieben ist, sagt schon unheimlich viel über das Unternehmens und die Art des Miteinanders, über die Kultur im Unternehmen aus", sagt Schulte. Es sei demnach hilfreich, wenn wir die Anzeigen lesen und uns fragen, ob uns der Text und die Art motivieren, eine Bewerbung zu schreiben. Sollte sich diese Motivation nicht einstellen, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass wir und das Unternehmen nicht wirklich zueinander passen.