Eigentlich überall wird Essen mehr geschätzt als in Deutschland, sagt die Köchin Julia Komp. Sie erzählt von ihrer Reise durch Küchen in rund 30 Ländern – und dann waren da noch diese japanische Melone und die Tomate.

Julia Komp ist Deutschlands jüngste Sterneköchin. Nach diesem Erfolg hat sie beschlossen, um die Welt zu reisen. Also hat sie mit dem Silvestermenü 2018 ihrer kulinarischen Heimat, dem Restaurant Schloss Loersfeld, den Rücken gekehrt und war rund 14 Monate in über 30 Ländern unterwegs – hauptsächlich in Asien. Und sie hat Bilder mitgebracht:

Julia Komp war unter anderem in Bangkok, Indonesien und Kuala Lumpur, Indien, außerdem auf den Philippinen und in Hongkong. Auch in Marokko, Katar, Russland und Brasilien war die Köchin unterwegs – mit Handgepäck und einem 32-Kilo-Koffer, erzählt sie im Earlybird-Interview. Ihre Kochjacken, ihr Rezeptbuch und ihre Kochmesser waren immer dabei. Was sie mitgebracht hat: Geschmäcker, Gerichte und Produkte für die Küche, die ihr vor ihrer Reise unbekannt waren.

"In jedem Land habe ich Sachen kennengelernt, die ich vorher nicht kannte – vor allem Obst."
Julia Komp über ihre kulinarische Weltreise

In Indonesien probierte sie eine Art Mango, mit einem Kern in der Mitte und deutlich härter als die Mangos, die nach Europa importiert werden.
Beeindruckt hat sie besonders eine sehr intensive japanische Tomate und –ebenfalls in Japan – eine Honigmelone. Die Köchin erklärt, dass diese Sorten dort teilweise seit Generationen in bestimmten Familien angebaut werden.

Ein Dessert aus Brasilien

Diese Tradition und den Wunsch nach Perfektion könne man im Ergebnis sehr deutlich schmecken. Die Tomate und die Melone musste sie zurücklassen, ein Gericht aber hat sie direkt importiert – also das Rezept dafür: eine Acai-Bowl aus Brasilien.

"Ein halbes Kilo Acai-Sorbet mit Bananen und Kokosnuss und zum Schluss Kondensmilch drübergeschüttet – also das war deren typischer Snack."
Julia Komp über ihre kulinarische Weltreise

Auf ihrer Reise hat Julia Komp in Sterneküchen gekocht und in kleineren Streetfood-Läden. Sehr detailliert vorbereitet hat sie ihre Tour nicht. Gute Kontakte haben ihr geholfen und viele gute Kontakte haben sich auf der Reise ergeben, berichtet sie.

Im Interview mit Christian Schmitt erzählt Julia Komp außerdem von der Teamarbeit in den verschiedenen Küchen, in welchen Ländern auch Frauen in Restaurantküchen arbeiten, vom Alkoholkonsum in vielen asiatischen Ländern und welche Pläne sie jetzt für ihr neues Restaurant in Köln hat.

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