Das Steuersystem kann auf einen Bierdeckel passen. Sagen Politiker. Oder es kann ganze Bibliotheken füllen. So wie es jetzt ist. Das Steuersystem von Edgar Feige hingegen wäre noch eine ganz andere Alternative - und es wäre so viel einfacher. Die Steuerutopie von Edgar Feige heißt: APT-Tax.

Die Abkürzung steht für Automatic Payment Transaction Tax und der Name ist Programm: Jedes Mal wenn Geld den Besitzer oder das Konto wechseln, ist eine kleine Steuer fällig. Dabei spielt es keine Rolle, ob es nun um eine Einzahlung geht, um eine Abhebung, den Einkauf im Supermarkt oder um eine Bestellung beim Online-Händler eurer Wahl. Das war's. Andere Steuern oder Sonderregelungen gibt es nicht.

"Alle zahlen denselben Steuersatz, immer wenn sich ihr Geld bewegt. Egal ob du ein Auto kaufst, ein Dax-Unternehmen übernimmst oder von der Tante zum Geburtstag einen Hunderter geschenkt bekommst."
DRadio-Wissen-Reporter Nail al Saidi über APT-Tax

Praktisch würde das so funktionieren: Ihr kauft neue Klamotten und zahlt mir eurer EC-Karte, die Kasse oder der Computer ist direkt mit dem System des Finanzamtes verbunden und es wird automatisch abgebucht. Die Transaktions-Steuer wird dabei immer zwischen denjenigen geteilt, die an dem Geldfluss beteiligt sind. Der Steuersatz, das hat der Wirtschaftswissenschaftler Edgar Feige für die USA ausgerechnet, sollte bei 0,3 Prozent liegen, in Europa könnte er etwas höher liegen.

Mehr Steuer-Gerechtigkeit mit APT-Tax

APT-Tax hat für uns Normal-Steuerzahler einen dicken Vorteil: Wer normal arbeitet, wird in dem Steuermodell belohnt, weil er nicht so viel verliert, Aktien-, Immobilien- oder Devisen-Händler - viele von diesen Geschäften werden derzeit nämlich gar nicht besteuert. Außerdem werden Steuerschlupflöcher geschlossen, Steuerzahler und Finanzamt sparen viel Geld und Zeit, weil wir uns nicht mit Steuererklärungen herumplagen müssen.

...aber eben nur ein Traum

Das Problem an APT-Tax ist: Alle müssen mitmachen, die EU, USA, China, Japan müssten nach Ansicht von Edgar Feige anfangen, alle anderen dann mitziehen. Das wäre eine Wirtschaftsrevulotion - und in unserem politischen und wirtschaftlichen System doch sehr unwahrscheinlich.