Ein Seehund imitiert menschliche Stimmen, eine Elefantendame klingt wie ein LKW - und Mäuse singen bei ihrem Balzgesang auch gern mal fremde Noten. Ein Tiergespräch über Stimm-Imitatoren und copycats.

"Get outta here", sagte Hoover, oder auch "how are ya?" Der Seehund im Aquarium in Boston war in den Achtigern die absolute Attraktion - Hoover konnte ganze Sätze sprechen. Er war als Heuler von einem Ehepaar gefunden worden, erst in ihrer Badewanne aufgezogen worden und später an das Aquarium abgegeben worden.

Dort fiel dann auf, dass Hoover menschliche Stimmen imitieren konnte. Warum, ist nicht ganz klar - entweder, weil er eine Gehirnerkrankung hatte, oder, was wahrscheinlicher ist, weil er als Heuler so viel Kontakt zu Menschen hatte.

Seehunde und Wale sind die einzigen Säugetiere, die über die Gehirn-Fähigkeiten und auch über die Sprechorgane verfügen, die menschliche Sprache zu imitieren.
Mario Ludwig, DRadio Wissen-Tierexperte

Auch andere Tiere imitieren Geräusche oder Stimme. Das hilft zum einen bei der Nahrungsbeschaffung: Kanadische Forscher haben zum Beispiel einen Schwertwal belauscht, der die Unterwasser-Geräusche von Seelöwen imitierte. So lockte er seine bevorzugte Beute an. Die Imitation ist zwar nicht perfekt, aber erfüllt ihren Zweck.

Zum Anderen nutzen Tiere die Stimm-Imitationen, um Sexualpartner anzulocken. Mäusemännchen zum Beispiel singen im Ultraschall-Bereich, um Weibchen anzulocken. Einzelne Tonfolgen kennzeichnen dabei die einzelnen Mäuse - und die besonders beliebten Sänger werden von anderen Mäusen kopiert.

Nahrungsbeschaffung, die Aussicht auf Sex - oder Langeweile

Eine Elefantendame, Mlaika aus dem Tsavo-Nationalpark in Kenia, imitiert täuschend echt das Gebrumm eines LKW-Motors. Sie lebt ganz in der Nähe der Fernstraße Nairobi - Mombasa und hat dort das Geräusch oft genug gehört. Warum sie das macht? Wahrscheinlich aus Langeweile.

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