Die Murals in Bushwick, einem Stadtteil von Brooklyn, haben das Stadtbild verändert und sind zur Touristenattraktion geworden. Jetzt verdrängt immer mehr Werbung die Streetart.

Joe Ficaloras Eltern kamen in den 60er Jahren aus Italien nach New York und wollten dort ein neues Leben anfangen. Sie zogen nach Bushwick, ein Stadtteil, der berüchtigt ist für Drogen, Kriminalität und Prostitution. Joes Vater wurde 1991 auf offener Straße erstochen. 2011 starb dann Joes Mutter an Krebs. Das Viertel war herunter gekommen und Joe hatte es satt, von so viel negativer Atmosphäre umgeben zu sein. Er hatte genug am Tod seiner Eltern zu knabbern.

"Instead of going and see a psychologist or taking medicine, I paint."
Joe Ficalora, Streetart-Künstler

Wie lässt sich ein Stadtbild leicht verändern, ohne Mittel und Organisation im Hintergrund? Joe hatte die Idee Künstler nach Bushwick einzuladen, die die Hauswände bemalen sollten. So entstand das sogenannte Bushwick Collective. Die Murals, riesige Wandbilder, prägen heute das Stadtbild von Bushwick. Immer mehr Künstler und junge Leute kamen nach Bushwick, auch weil die Mieten hier noch günstig waren, Bars und Coffee Shops öffneten, Co-Working-Spaces und Ateliers wurden gegründet. Ein hippes Viertel, das auch immer mehr Touristen angezogen hat.

Mit zunehmender Gentrifizierung finden auch immer mehr Geschäftsleute Interesse an dem Stadtteil. Mauern und Hauswände sind für sie ideale Werbeflächen. Die Werbeagenturen zahlen den Hausbesitzern für die Nutzung ihrer Hauswände ordentliche Summen. Die nehmen die Angebote dankend an - egal, ob diese schon mit einem Mural verschönert wurde oder nicht. Und so verschwindet immer mehr Streetart hinter Werbeflächen.

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