Bald soll sie kommen: die große Einigung im Bahnstreik. Nach fast endlosen Verhandlungsrunden, ruhen alle Hoffnungen auf Bodo Ramelow, Linke, und Matthias Platzeck, SPD, den beiden Schlichtern. Was macht eigentlich einen guten Schlichter aus?

Auf diese Fragen weiß Verwaltungsjurist Matthias Schranner die Antworten. Er ist selbst Schlichter und hat auch bei Geiselnahmen verhandelt. Mittlerweile hat er ein eigenes Institut und bringt dort die Kunst des Schlichtens bei. Grundsätzlich sagt er, dass man zwei Punkte erfüllen muss:

  1. Zuhören, überlegen und Notizen machen
  2. Ergebnisse in der Öffentlichkeit verkaufen können, also Prominenz und Schlagkraft mitbringen.
  3. Die nötige Schlagkraft und Dominanz ist auch wichtig, um die Verhandlungen selbst zu führen und zu einem Ende zu bringen, sonst kann ein Schlichter schon mal untergehen.
"Je weniger man von der Materie versteht, desto besser kann man schlichten."
Matthias Schranner, Verhandlungsexperte

Schlichter sollen so neutral wie möglich sein. Im Fall des Bahnstreiks ist das leider nicht gelungen, die beiden Schlichter Ramelow, Linke, und Platzeck, SPD, wurden jeweils von Bahn und GDL gewählt. Die notwendige Neutralität ist also nicht so da, wie sie im Idealfall da sein sollte. Gute Nachricht auch für alle Fachfremden: Je weniger ein Schlichter von der Materie versteht, desto besser kann er schlichten. Das hilft, mit neuer Perspektive an die Verhandlungen zu gehen.