Die Universität Amsterdam hat sogenannte Puppy Rooms eingerichtet, in denen die Studentinnen und Studenten mit Welpen kuscheln und Stress abbauen können. Im schlimmsten Fall haben den dann aber die Tiere.

Wer gestresst ist vom Lernen oder wegen Prüfungen unter Druck steht, kann sich ab kommender Woche an der Uni von Amsterdam für den "Puppy Room" anmelden. In dem Raum in der Bibliothek dürfen sie eine Viertelstunde lang mit Welpen kuscheln. Die Begeisterung ist groß, die ersten Tage sind schon ausgebucht.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Dass Welpen-Kuscheln gegen Stress hilft, ist nicht neu. Unis in Schottland und Kanada haben während Prüfungsphasen ebenfalls "Puppy Rooms" angeboten. 

Wohlfühlhormone und Beruhigung

Studien zeigen, dass schon allein die Anwesenheit von Tieren und vor allem das Streicheln helfen kann, den Blutdruck und die Herzfrequenz zu senken. Beim Kuscheln wird die Ausschüttung der Wohlfühl-Hormone Serotonin und Oxytocin gesteigert. Serotonin wirkt regulierenden auf den Blutdruck und Oxytocin stärkt das Wohlbefinden.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Die Verhaltensforscherin Carola Otterstedt vom Bündnis Mensch und Tier schränkt aber ein, dass sich diese positiven Gesundheitseffekte nicht einfach so einstellen. Sie erklärt, dass sich erst eine Beziehung zwischen Mensch und Tier aufbauen müsse, bevor durch Kontakt ein positiver Effekt auf den Körper spürbar sei.

"Es ist kein Automatismus. Ich muss mich als Mensch erst in die Situation reinbegeben, mich auf das Tier einlassen und eine Beziehung aufbauen. Dann kann die Berührung positive Effekte auf meinen Körper haben."
Carola Otterstedt, Verhaltensforscherin vom Bündnis "Mensch und Tier"

Das bedeutet wiederum: Je länger und enger eine solche Beziehung zum Tier besteht, desto stärker sind die positiven Effekte. Ob das 15-Minuten-Kuscheln überhaupt einen Effekt hat, bezweifelt Carola Otterstedt. Sie hält es für die Welpen, die noch in der Sozialisierungsphase stecken und alle Viertelstunde durch neue Hände gehen, eher für stressig.

Fotos von Tierbabys reichen auch

Den Effekt, der mit dem 15-Minuten-Kuschelprogramm erzielt wird, könne auch durch das Anschauen von Tiervideos erreicht werden. Einfach auf eine Liegestuhl legen, Wärmflasche in Fell packen, Decke dazu und dabei Hundevideos schauen, in denen sie auf einen zulaufen – das habe den selben positiven Effekt auf das Gehirn, meint Carola Otterstedt.

Eine japanische Studie hat diesen Effekt ebenfalls nachgewiesen. Die Wissenschaftler haben Menschen Fotos mit süßen Tierbabys gezeigt. Danach sollen diese Menschen viel konzentrierter und produktiver gearbeitet haben.

Mehr zum Thema:

  • Das Tiergespräch: Japanische Tiercafés  |   Katzencafés gibt es inzwischen auch in Deutschland. Sie kommen - wen wundert es - aus Japan. Dort gibt es aber noch viel verrücktere Tiercafés.
  • Eifersucht: Beziehungskiller Haustier  |   Wer eine Beziehung beginnt, dem ist es meist wichtig, dass der Partner gut mit dem Haustier klarkommt - ansonsten kann es Probleme in der Beziehung geben.
  • Hunde: Umarm mich nicht!  |   Für uns Menschen ist eine Umarmung Ausdruck von Zuneigung. Für Hunde sind Umarmungen einfach nur nervig. Worauf wir im Umgang mit Hunden achten sollten, weiß die Tiertrainerin Susanne Kautz.