Die Buchstaben A+++, B oder E sollen uns beim Kauf anzeigen, wie energiesparend ein Gerät ist. Um das Energieeffizienzlabel übersichtlicher zu gestalten, fallen die Plus-Hilfsbezeichnungen ab sofort weg. Das Buchstabensystem bleibt weiterhin.

Schaffen wir uns eine neue Waschmaschine oder einen Kühlschrank an, hat das Energieeffizienzlabel einen entscheidenden Einfluss auf unsere Kaufentscheidung, sagt das Umweltbundesamt.

Mit den Buchstaben gibt das Label an, wie viel Strom eine Waschmaschine zum Beispiel bei einer gewissen Anzahl an Waschzyklen verbraucht. Dabei verbraucht A weniger als B und B verbraucht weniger als E.

Mehr effiziente Geräte, kaum Unterscheidung

Mittlerweile gibt es allerdings einige Geräte, die sehr energieeffizient sind. Das Problem: Einerseits ist es für Kundinnen wenig eindeutig, was die Klassen A+, A++ und A+++ voneinander unterscheidet. Auf der anderen Seite gibt es innerhalb der Bestnote A+++ keine Möglichkeit, zwischen den sehr energieeffizienten Geräten zu differenzieren. Hier ist es wieder Aufgabe der Kunden, sich mit den Details der einzelnen Geräte zu beschäftigen – was eigentlich das Label für sie übernehmen soll.

"Dieses System mit den zwei oder sogar drei Pluszeichen hinter dem A ist ein bisschen absurd geworden."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Deshalb gibt es ab dem 1. März 2021 eine neue Skala mit den Klassen von A bis G. A ist weiterhin die energieeffizienteste Klasse und G schneidet am schlechtesten ab. Das bedeutet: Geräte, die vorher mit A+++ ausgezeichnet waren, können ab sofort in die Energieklasse B, C oder D rutschen.

"Das heißt nicht, dass das Gerät weniger effizient ist. Es ändert sich sozusagen nur das Benotungssystem, damit man wieder mehr Differenzierungsmöglichkeiten hat", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Konstantin Köhler. Mit dem neuen System gibt es vor allem in den oberen Effizienzklassen wieder mehr Möglichkeiten, die Unterschiede der Geräte sichtbar zu machen.

"Die Skala ist verschoben. Was heute ein A+++ bekommt, wird in der neuen Skala ein B oder C oder D erhalten."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk Nova

Trotz neuer Skala bleibt das Problem

Zwar soll uns das neue System den Überblick über die Energieeffizienz von Waschmaschinen, Kühlschränken und Co erleichtern, allerdings sind neue Probleme absehbar. Die derzeit energieeffizientesten Produkte werden mit A gelabelt, dem ersten Buchstaben im Alphabet. Aber was ist, wenn es in Zukunft noch bessere Produkte gibt? Schon die Pluszeichen waren eine Behelfslösung.

Ein Zahlensystem, das nach oben offen ist, hält Gerhild Loer von der Verbraucherzentrale NRW daher für sinnvoller, als das Buchstabensystem auf Dauer beizubehalten. Je effizienter ein Gerät ist, desto höher könnten die Zahlen demnach werden. "Ein heute sehr gutes Gerät, dem geben wir die Zahl 10. Und wenn ein Gerät noch besser wird, dann kriegt es die Ziffer 11 oder 12", erklärt Gerhild Loer.

Der Vorschlag der Verbraucherzentrale ist allerdings ein Thema für die Zukunft. Das neue Energieeffizienzlabel ist nämlich schon seit dem 1. März in Kraft und betrifft viele Geräte, wie Kühlschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Fernseher.