Wer nur lernt, dem Prof die Tasche hinterher trägt und ein Seminar nach dem anderen macht, ist der perfekte Student. Ha, von wegen! Entspannt euch besser mal!

Wer mehr Bier trinkt, studiert erfolgreicher! Das ist das Ergebnis einer dänischen Studie. "Saufen für den Bachelor" klingt vielleicht gut, aber eigentlich geht es viel mehr um die Geselligkeit, die Studenten beim Trinken haben. Wer mit Kommilitonen Zeit verbringt, kommt besser an der Hochschule und im neuen Uni-Leben an, hat mehr Motivation und zieht das Studium eher durch.

Das Studentenleben ist mehr als der Hörsaal

Was ist hier mit Bier und Promille beschrieben wird, hat eigentlich nur die Botschaft: seid entspannter! "Das meint eigentlich nur, dass man seinen eigenen Rhythmus im Studium finden muss", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Markus Dichmann. "Man darf eben das Studentenleben neben dem Hörsaal nicht vergessen."

Ein Drittel aller Studienanfänger im Bachelor bricht sein Studium wieder ab. Als hauptsächlichen Grund geben die Studenten Überforderung an. "Wenn du die Inhalte auf mehr Semester streckst, kommst du vielleicht besser klar", rät Markus. Im Bachelor haben wir eine Regelstudienzeit von sechs Semestern, im Schnitt brauchen Studenten aber sieben Semester - und diese Kurve steigt noch. Anders gesagt: Studenten lassen sich sowieso mehr Zeit.

"Die jungen Leute wissen gar nicht, was auf sie zukommt. Darum brauchen wir im Bachelor eine Phase der Studienfachfindung."

Auch Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, plädiert für mehr Zeit im Studium. Statt sechs Semester sollte der Bachelor sich über acht Semester ziehen. "Wir haben sehr selbstbewusste junge Leute, die sich aber nicht durch Kenntnisse auszeichnen und schon gar nicht durch Persönlichkeit", sagt er. Deswegen schlägt er vor, zwei Semester für Allgemeinbildung und Persönlichkeitsbildung einzuplanen. Danach kann es dann richtig losgehen.

Probleme mit Alkohol

Im Grunde läuft es darauf hinaus, dass die Studis ihre Zeit an der Hochschule auch genießen sollten, ihre Zeit mit etwas zu verbringen, worauf sie richtig Bock haben. Sonst nimmt die Belastung überhand. Denn Studenten trinken nicht nur, um Zeit mit Freunden zu genießen - sie trinken auch wegen Leistungsdruck, Stress und Überforderung. Das geht bis hin zum Alkoholismus. Also lieber mal abschalten anstatt sich auszuknipsen.

"Also erstmal kommt die Entschleunigung, erstmal mit Freunden und Kommilitonen abhängen, die Stadt kennenlernen, Festival statt Prüfung."
Markus Dichmann, Deutschlandfunk Nova