Büro? Café? Fließband? Alles nichts für Freddy! Der 25-jährige Student muss raus. Auf die Straße. Und ein paar PS dürfen's auch sein, bitte sehr. Frederik Munz jobbt seit vier Jahren als Fernfahrer. Und er liebt die Arbeit - auch wenn sie nicht immer ganz einfach ist. 

"Ich hab nie Stress", sagt Freddy über seinen Studentenjob. Ein bisschen schmunzelt er dabei allerdings, denn natürlich ist es auch mal anstrengend. Aber der Job macht ihm Spaß. Frederik Munz ist 25 Jahre alt und studiert Agrarwissenschaften. Sein Studium verdient er sich als Fernfahrer. In den Semesterferien und in freien Zeiten im Studium steuert er schwere Trucks durch Deutschland, Frankreich, Italien und andere europäische Länder.

Studentenjob: Fernfahrer

Die Idee für den Job kam von seinem Vater. Der hat das früher auch mal gemacht, erzählt Freddy. Sein Vater stand eines Tages mit einem LKW vor der Tür, Freddy stieg ein, und dann packte ihn das "Dieselfieber", wie er sagt. Seit vier Jahren macht er den Job mittlerweile – zuerst fest angestellt, dann frei – und verdient gut dabei. Mittlerweile hat er auch einen Fernfahrer-Kanal auf Youtube.

"Ich kenne kein Land, wo so viel Verkehr ist wie hier."
Frederik Munz, Student und Fernfahrer, über die Verkehrssituation in Deutschland

Die Arbeit auf der Straße ist nicht immer einfach, erzählt Freddy Moderator Sebastian Sonntag, als der ihn auf einer Tour begleitet. Rücksichtslose Fahrer, zu wenig Parkplätze, Staus, keine eigene Toilette oder Dusche – das kann auch mal nerven. 

Moderator Sebastian Sonntag begleitet Fernfahrer Frederik Munz auf einer Tour.

Aber die Freiheit, und dass er viel rumkommt, das macht das wieder wett. Im Lkw schläft er manchmal sogar besser als zu Hause, berichtet Freddy. Das sei ein bisschen wie Campen, vor allem wenn man einen Parkplatz in einer schönen Umgebung findet – wie in Spanien etwa, wo man auch schon mal direkt am Meer rasten kann. Und auch die körperliche Arbeit, etwa beim Laden, gefällt ihm.

"Ich muss halt raus!"
Frederik Munz über seinen Studentenjob als Fernfahrer

Auf Dauer würde er den Job allerdings nicht machen, verrät er Sebastian auf der gemeinsamen Tour. Erst recht nicht, wenn er Familie hätte. Denn wenn man so lange unterwegs ist, bleibe das Privatleben auf der Strecke. Und unterwegs sei es auch schwierig, Leute zu treffen. Denn die meisten Fahrer heutzutage sprechen kein Deutsch, sagt Freddy, immer mehr kommen aus Osteuropa, weil dort geringere Löhne gezahlt werden. Im Transportgeschäft würden die Preise gedrückt, damit die Waren billiger angeboten werden können. Freddy spricht von Ausbeutung. 

Trotzdem: Er selbst verdient gut, und ihm macht die Arbeit Spaß. Einen besseren Studijob kann er sich nicht vorstellen. Er will einfach raus auf die Straße. 

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