Die Verschmutzung der Meere durch Mikroplastik ist ein großes Problem. Doch wenn es um Kleidung geht, überrascht eine neue Studie: In Wasserproben wurden vor allem Fasern natürlichen Ursprungs gefunden: Nur acht Prozent der Textilfasern waren synthetisch.

Fast 80 Prozent der Textilfasern, die ein internationales Forschungsteam in Wasserproben aus verschiedenen Meeren gefunden haben, waren aus Zellulose: also aus Baumwolle, Leinen, Jute oder Hanf. Weitere zwölf Prozent waren tierischen Ursprungs: vor allem Wolle. Nur bei acht Prozent der gefundenen Textilfasern handelte es sich um synthetische Fasern: zum Beispiel Polyester, Acryl oder Nylon.

Die gefundene Verteilung überrascht. Auch deshalb, weil rund zwei Drittel der heute hergestellten Kleidung aus synthetischen Fasern besteht.

"Der Großteil der heute hergestellten Klamotten – rund zwei Drittel – ist aus synthetischen Fasern. Und da überraschen die Proportionen, die in den Meeresproben gefunden wurden, dann doch ein bisschen."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk Nova

Als Grund für den hohen Anteil natürlicher Fasern im Wasser ziehen die Wissenschaftler der Studie eine Eigenschaft dieser natürlichen Fasern in Betracht. Nämlich, dass Kleidung aus Baumwolle oder Wolle beim Waschen mehr Fasern verliert, als synthetische Kleidung. Wirklich untersucht, wurde das bisher allerdings nicht, sagt Sabine Loi aus der Wissenschaftsredaktion. Wenig bekannt sei zudem auch über den Zersetzungsprozess der Fasern im Meer. Und auch die bei heutigen Produktionsprozessen eingesetzten Chemikalien wie beispielsweise Weichmacher oder Farbstoffe könnten sich auf die biologische Abbaubarkeit im Meer auswirken. Auch das sollte nach Empfehlung der aktuellen Studie genauer untersucht werden.

Textilienfasern natürlichen Ursprungs nicht ungefährlich

Dass natürliche Fasern sich gut zersetzen und kein Problem für die Umwelt sind, sagt Sabine Loi, stimmt so jedenfalls nicht. Denn bisher ist nicht klar, ob die Aufnahme von Mikrofaserteilchen, die aus chemisch behandelter Baumwolle bestehen, unproblematischer sei, als die Aufnahme synthetischer Mikrofaserteilchen.

Logisch also, dass es wichtig ist, Kleidung jeglicher Art immer ordentlich zu entsorgen.

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Auch wenn in den untersuchten Wasserproben nur acht Prozent der enthaltenen Textilfasern synthetisch waren, besteht das Plastikproblem weiterhin, sagt Sabrina Loy. Denn nur dort, wo die Forschenden die Proben genommen haben - an der Wasseroberfläche - ist der Anteil der Mikrofaserteilchen aus Synthetiktextilien kleiner, als bisher gedacht, sagt Sabrina.