Die britische Regierung will die Zahl ausländischer Studierender pro Jahr fast halbieren. Das trifft vor allem Studis aus Neuseeland, China und Indien. Und warum? Es ist eine der Folgen des Brexits.

Der britische Guardian hatte über die Pläne berichtet. Bislang gibt es kein Dementi der britischen Regierung.

Die sucht nach Möglichkeiten, die Zuwanderung zu steuern. Denn das hatten die Brexit-Befürworter im Wahlkampf versprochen. Zurzeit kommen 300.000 Zuwanderer pro Jahr auf die Insel - es sollen nur noch ein paar Zehntausend werden.

Jetzt wollen die Brexit-Befürworter liefern

Doch langsam wird klar, dass die Regierung kaum ganz selbständig die Zuwanderung kontrollieren werden kann - egal, welchen Deal sie mit der EU aushandelt. Denn wenn die britische Regierung irgendeine Art von gemeinsamer Handelszone aufrechterhalten will, muss sie die Personenfreizügigkeit akzeptieren. Und das bedeutet wiederum, dass die Brexit-Freunde ihr Versprechen nicht halten können.

Aber die Regierung in London scheint jetzt eine Idee ausgegraben zu haben. Sie fährt zumindest die Einwanderung runter, die sie steuern kann: Sie lässt weniger Studierende ins Land.

Es trifft vor allem Studenten aus Übersee, die jedoch viel Geld bringen

Studenten aus Deutschland und Frankreich sind davon erst einmal ausgenommen, denn die brauchen kein Visum. Die britische Regierung muss sie reinlassen, sobald sie die Zusage einer britischen Uni haben. Was nach dem Brexit kommt, muss man abwarten.

Egal welche Gruppe von Zuwanderern betroffen ist, schafft es für den Einzelnen Probleme. Außerdem sollten soziale Gruppen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Die Regierung will jetzt scheinbar schon einmal weniger Neuseeländer, Chinesen und vor allem Inder reinlassen. Schon 2015 haben viele Studienbewerber keine Visa mehr erhalten, obwohl die Unis sie genommen hätten. Unis-Rektoren und Vize-Kanzler berichten von fadenscheinigen Begründungen im Auswahlverfahren. Einem Studenten wurde das Visum verweigert, weil er die Öffnungszeiten der Uni-Bibliothek nicht wusste. Einem anderen, weil er den Namen des Vize-Präsidenten nicht kannte.

Wirtschaft und Universitäten sind nicht begeistert

Kritik an diesen Plänen kommt von den Hochschulen selbst sowie von der Wirtschaft. Für die Unis bedeuten die Pläne weniger Geld. Denn gerade die Übersee-Studenten bezahlen deutlich höhere Studiengebühren. Hinzu kommen Studien, die belegen, dass sie der Wirtschaft etwa 13 Milliarden Euro im Jahr einbringen und davon rund 170.000 Jobs abhängen.

Außerdem sagen die britischen Unternehmen, dass sie die Übersee-Studenten selbst brauchen. Denn gerade die wählen oft die harten Fächer - Natur- und Ingenieurswissenschaften - und zwar deutlich häufiger als britische oder andere europäische Studenten.