Das BAföG ist eine Möglichkeit für viele Studierende, sich ein Studium überhaupt finanzieren zu können. Passend zu den aktuell stark steigenden Wohn-und Lebenskosten gab es jetzt eine Reform des BAföGs. Wer jetzt auf Entlastung hofft, sollte ganz genau nachrechnen.

Die BAföG-Reform der Regierung verspricht mehr Geld im Monat für alle Bafög-Empfänger. Außerdem sollen mehr Studierende die Chance auf BAföG haben, da die Freibeträge des Ersparten und des Elterneinkommens erhöht wurden. Soweit zumindest die Theorie dieser Reform. Aber was genau landet wirklich in den Hipbags der Studierenden?

BAföG-Sätze steigen

Aktuell liegt der Höchstsatz des BAföG bei 870 Euro. Durch die Reform steigt er auf maximal 934 Euro. 64 Euro mehr im Monat klingt erst mal nicht wenig. Angepasst an die steigenden Mieten wurde beispielsweise der Wohngeldanteil im BAföG von 320 Euro auf 360 Euro angehoben.

"Es geht im Kern um eine BAföG-Erhöhung von 5,75 Prozent BAföG im Monat."
Armin Himmelrath über die Erhöhung des BAföG durch die Reform

Neben der Erhöhung des BAföG-Satzes sind parallel auch die Freibeträge gestiegen. Das bedeutet, dass einerseits der Betrag, den das Elterneinkommen haben darf, um BAföG-berechtigt zu sein, höher sein kann. Und zum anderen das Ersparte auch mehr sein darf, um Geld zu erhalten. Der Freibetrag des Ersparten liegt jetzt bei 15.000 Euro bei den unter Dreißigjährigen. Und bei den über Dreißigjährigen sind es 45.000 Euro.

Eine weitere große Veränderung: Studierende über 30 Jahren haben jetzt überhaupt erst das Recht, BAföG zu bekommen.

Reales Ergebnis der BAföG-Reform

Mehr Geld im Portemonnaie, das wünschen sich vermutlich alle Studierenden. Wer jetzt glaubt, die BAföG-Reform führe genau dazu, sollte laut Armin Himmelrath ganz genau hinschauen.

Die von der Regierung beschlossene Erhöhung liegt bei 5,75 Prozent, die aktuelle Inflation bei 7 bis 8 Prozent. Dadurch kommt es zu einem Minus von einem Prozent im Geldbeutel.

Armin Himmelrath sagt, dass es sich deswegen nicht um eine BAföG-Steigerung handelt, sondern eher um eine Kaufkraftminderung durch Studierende. Gleichzeitig stellt sich bei kalkulierten Kosten von jetzt 360 Euro für die Miete im BAföG die Frage: In welcher Großstadt findet sich noch ein WG-Zimmer für diesen Preis?

Und dann haben Wissenschaftler*innen gerechnet, eine Prognose gestellt bis 2026 und haben gesagt: Im Moment bekommen 16,3 Prozent das BAföG mit der Reform 16,7 Prozent.
Armin Himmelrath über die Ergebnisse der Prognose zum BAföG

Und nicht nur wegen der BAföG-Sätze gibt es Kritik.

Die Linken haben eine Anfrage an die Regierung gestellt, wie viele Studierende BAföG in Zukunft bekommen. Nach Angaben von Wissenschaftler*innen die daraufhin Berechnungen angestellt haben, steigt der Prozentsatz der Bafög-Empfänger in den nächsten vier Jahren durch die Reform um 0,4 Prozent.

Das dieser Prozentsatz zu niedrig liegt, hat auch die Regierung bemerkt. Die Folge: Noch in der aktuellen Legislaturperiode soll es eine weitere, wirklich groß angelegte BAföG-Reform geben.